Am Montag las ich diesen Artikel auf Bild.de . Dort wurde die Entwicklung des Volleyballballs gelobt und gleichzeitig auch versucht,Richtungen aufzuzeigen, wie unser lieber Sport weiter für das Fernsehen revolutioniert werden soll. Zu diesem Artikel will ich auch meinen Senf zur Revolution im Volleyball geben, so wie ich es in einen Artikel zum Thema Volleyball im Fernsehen schon mal gemacht habe.

Volleyball als Event

Zuerst möchte ich aber auf das diesjährige Final-Four eingehen. Die BR Volleys Berlin um ihren Macher Kaweh Niroomand wurden als Ausrichter des diesjährigen Final-Four-Turnier der Volleyball Herren Champion Leauge mit Lob überschüttet, Die Stimmung war phänomänal und die Veranstaltung top organisiert. Worte wie z. B. „das beste Final Four der letzten Jahre“ fielen. Den

18.600 Zuschauern wurde neben dem Volleyball auf Weltklassenivaeu auch sonst einiges geboten, wie zum Beispiel das Urbanamadei Show Team mit der Showeinlage „Freerunning meets Volleyball“ im nachfolgenden Youtube-Video.

Ich denke, diese Art der Eventisierung von Volleyballspielen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Berlin und alle Leute hinter den Kulissen haben mit den Final-Fours ein Paradebeispiel dafür abgeliefert, wie attraktiv Volleyball für Zuschauer und Fernsehen sein kann. Wer von euch war vorort und wie fandet ihr es? Lasst mir einfach einen Kommentar da.

Die Revolution im Volleyball geht weiter

In dem Bild-Artikel kamen auch einige bekannte Volleyballgrößen mit teilweise kritischen Kommentaren zu Wort. Die für mich krasseste Meinung zur weiteren Revolution des Volleyballs vertrat der CEV-Präsident André Meyer. Er ist dafür, die Spielzeit auf 90 Minuten bis 2 Stunden zu beschneiden. Aber ist dies wirklich notwendig? Sportarten wie Tennis, Baseball oder Football schaffen es auch ins Fernsehen, obwohl Sie nicht zeitlich festkalkulierbar sind. Dafür nennt er in dem Artikel auch konkrete Vorschläge. Im Raum stehen Verkürzung der Sätze, die Abschaffung der in seinen Augen „sinnlosen“ technischen Auszeiten oder die Beschränkung der Zeit zwischen den Ballwechseln auf 15s. Die Verkürzung der Sätze ist für mich keine Lösung, wie soll es denn dann bei einem 3:0 Spiel aussehen? Hier kann es mitunter schonmal nach einer knappen Stunde vorbei sein. Die technischen Auszeit mit der 1 Minute Pause eignet sich doch gerade für das TV, kleine minierte Spezialwerbungen zu platzieren?! Und die 15 Sekunden? Ich denke, die Schiedrichter haben schon genug Dinge, auf die sie achten müssen. Wer soll denn das kontrollieren? Wenn, dann kann man es aber nur, wie beim Basketball, über eine zusätzliche offzielle unparteiische Person lösen. Zudem haben Schiedrichter schon heute Möglichkeiten, die Mannschaften zu verwarnen und ggf. zu bestrafen, wenn sie zu lange brauchen. Zum Thema Zeitverzögerung findet ihr demnächst ein passendes Video auf meinen Volleyball-Youtubekanal.

Revolution bei der Saisonplanung?

Konstruktiver fand ich die Aussagen von unserem Volleyballpapst Stelian Moculescu (Ex-Bundestrainer und Trainer von VFB-Friedrichshafen). Er muniert den bestehenden Saisonplan. Hier beginnt die Saison im Oktober und geht bis Ende März,für die Playoff-Mannschaften bis Mai. Er

und auch Meyer sprechen sich deutlich für eine Entzerrung der Saison aus. Damit soll die „Sommerpause“ des Hallenvolleyball von derzeit 4-6 Monaten verkürzt werden, um medial besser präsent zu sein. Weiterhin kamen Überlegungen zu Tage, eine WM und EM nur alle 2 Jahre auszuführen, um die Spieler nicht zu „verheizen“. Ich persönlich finde diese Ansätze sehr gut.

Videobeweis – Die Revolution hat bereits begonnen

Wie u.a. auf deutschlandradiokultur.de zulesen, wird schon seit einiger Zeit das Video Challenge System bei hochklassigen Volleyballspielen eingesetzt. Es hilft dem Schiedsrichtergespann bei strittigen Szenen faire Entscheidungen zu treffen. In Polen, Russland und Italien gehört das System bereits zum Alltag. Allerdings sind dies auch die Volleyball-Ligen, wo man als Volleyballprofi gut vom Sport leben kann. Denn so ein System für den Videobeweis soll laut Angaben im Artikel um die 50.000 Euro kosten. Es wurde letztes Jahr auch erstmal bei der WM erfolgreich eingesetzt. Ich denke, dass diese Neuerung auf jeden Fall ein weiteres festes Puzzelstück in der Revolution zum Volleyball der Zukunft ist. Hier in Deutschland müssen wir es aber erst schaffen, mehr Geld in die oberen Ligen zu bekommen, da nicht jeder Verein das Geld für das Video-Challenge-System hat. Hier bin ich gespannt, wie es in den nächsten Jahren mit der Umsetzung des Masterplans von der Volleyball-Bundesliga (VBL) vorangeht.

Ich denke der Artikel hat gezeigt, dass die Revolution des Volleyballs bereits im vollen Gange ist. Die Eventisierung und der Videobeweis sind gute Zeichen. Weiterhin gibt viele schlaue Verantwortliche mit ernsthaften Gedanken. Man muss nur schauen, ob wir alle Änderungen zu jedem Preis hinnehmen müssen, um uns für das Fernsehen zu verbiegen?!

In diesem Sinne:

Viva la Revolution!

Euer VolleyballFREAK

P.S. Habt Ihr Ideen, was man an unserer Sportart ändern muss, um sie für die breitere Masse noch attraktiver zu machen? Dann lasst einfach unten einen Kommentar da! Ich freue mich auf die Diskussionen.

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