Beachvolleyball Spielregeln einfach erklärt!

Beachvolleyball ist eine Sportart, die nicht zuletzt durch die großen Erfolge der deutschen Beachvolleyballer Ludwig/Walkenhorst  und Brink/Reckermann bei einem breiten Publikum immer beliebter wird. Gleichzeitig hat der Sport, genau wie die Hallenvolleyball-Variante ein umfangreiches Regelwerk – und deshalb gibt es bei Laien und Anfängern auch immer wieder Fragen zu den Beachvolleyball Regeln.

Hier gibt es die Antworten vom VolleyballFREAK auf alle wichtigen Fragen rund um Beachvolleyball Spielregeln. Dieser Text ist für Anfänger gedacht, die schnell und einfach die Basics der Beachvolleyballregeln verstehen wollen – aber auch fortgeschrittene Volleyballer können sicher noch etwas lernen…

Beach vs. Hallenvolleyball: 2 ungleiche Brüder!

Beachvolleyball-Spielidee

2 Teams stehen sich auf einem von einem Netz getrennten sandigen Feld gegenüber. Bis zu 3 Ballberührungen (der Blockkontakt zählt anders als in der Halle mit!) hat ein Team zur Verfügung um den Ball beim Gegner auf den Boden zu bringen. Der Ball wird mittels Aufschlag ins Spiel gebracht.

Die deutsche Beachvolleyballerin Chantal Laboureur steigt zum Angriff hoch!

Spielstruktur

  • eine Mannschaft von 2 Spielern (keine Auswechselspieler oder Coach erlaubt) gewinnt ein Spiel wenn es 2 Sätze gewinnt

  • jeder Satz hat 21 Punkte (mit Ausnahme des 3. Satzes). Bei 21:21 Gleichstand wird der Satz fortgesetzt bis sich ein Team eine 2-Punkte Führung erspielt hat

  • bei 1:1 Satzgleichstand wird der entscheidende 3. Satz bis 15 Punkte gespielt gezählt wird nach der Rally-Point-Zählweise: Punktet das aufschlagende Team, behält es den Aufschlag; punktet das annehmende Team, erhält es das Aufschlagrecht

  • alle 7 Punkte werden die Seiten gewechselt, im 3. Satz alle 5 Punkte

  • wird ein Seitenwechsel „vergessen“, wird er verspätet vollzogen. Der Punktestand bleibt unverändert

  • Die Pause zwischen den Sätzen beträgt 1 Minute

Wie erhält ein Team einen Punkt?

  • der Ball berührt den Boden des gegnerischen Feldes

  • die gegnerische Mannschaft begeht einen Fehler, d.h.

    • eine nicht-regelgerechte Aktion

    • bei mehreren Fehlern wird nur der erste geahndet

  • passieren 2 Fehler gleichzeitig zwischen beiden Mannschaften, wird auf Doppelfehler (Wiederholung) entschieden

Spielfeld & Rotationen

Die gesamte Spielfläche teilt sich in verschiedene Bereiche auf. Das eigentliche Spielfeld

  • ist 16 m lang und 8 m breit, jede Spielhälfte ist 8 x 8 m groß. Mindestens 3 Meter Freifläche um das Feld sind vorgeschrieben sowie 7 Meter über dem Feld ohne Hinternisse. Die Linien gehören zum Feld (eine Ballberührung der Linie ist gleichbedeutend mit einem Punkt für das angreifende Team). Die 5-8 cm breiten Linien müssen mit Ankern im Sand befestigt sein. Die Linien müssen sich in der Farbe klar vom Sand abheben.
    Es gibt keine Mittellinie. Ein übertreten ist demnach erlaubt, sofern kein gegnerischer Spieler behindert oder berührt wird.

  • Beide Spielfeldhälften trennt ein Netz. Bei den

    • Männern ist dies 2,43 m hoch

    • bei den Frauen 2,24 m

    • und im Mixed Bereich 2,35 m hoch

Spielfeldoberfläche

Die Oberfläche muss eben sein und aus Sand bestehen. Keine Gegenstände dürfen ein Verletzungsrisiko für die Spieler sein. Der Sand sollte laut Regeln der FIVB mind. 40 cm tief und fein sein.

4 Füße von 2 Beacherinnen beim Absprung im Sand auf dem Beachvolleyballfeld

4 Füße von 2 Beacherinnen beim Absprung im Sand auf dem Beachvolleyballfeld ( Foto: Peter Anderfuhren)

Aufschlagzone

Die gesamte Breite der Grundlinie ist Aufschlagzone.

Beleuchtung

Zu wenig Licht lässt ein Spiel nicht mehr zu und bedeutet Verletzungsgefahr für die Spieler. Bei großen Turnieren müssen 1m über der Spielfläche 1000-1500 Lux herrschen.

Wetter

Gespielt wird grundsätzlich bei jedem Wetter. Bei Gewitter erfolgt ein Spielabbruch.

Spielsituationen und Fehler

  • Der Schiedsrichter gibt mit seinem Pfiff den Ball fürs Spiel frei

  • mit seinem Abpfiff ist das Spiel beendet

  • der Ball ist „in“, wenn er mit einem Teil seines Umfangs das Spielfeld oder die Begrenzungslinie berührt

  • der Ball ist „aus“, wenn er das Feld nicht berührt

        • einen Gegenstand oder eine nicht spielende Person berührt

        • Antenne, Pfosten… berührt

        • außerhalb des Überquerungssektors/ der Antennen über das Netz fliegt

        • unter dem Netz durchfliegt

        • der Ball darf (außer beim Aufschlag) mit jedem Körperteil gespielt werden

        • der Ball muss geschlagen werden, werfen/ halten ist verboten

        • 2 Kontakte nacheinander (Ausnahme Block) sind verboten

        • keine Mitspieler oder Gegenstände dürfen beim Berühren des Balls helfen

Ballberührungen

  • erlaubt sind 3 Ballberührungen

  • 2 Spieler dürfen den Ball gleichzeitig berühren. Es verbleibt nur noch ein Kontakt

  • berühren 2 Gegner den Ball gleichzeitig oberhalb des Netzes und der Ball bleibt im Spiel, verbleiben 3 weitere Kontakte

  • ein Druckball/ gehaltener Ball zwischen 2 Gegnern ist kein Fehler

  • ein hart geschlagener Ball darf einen Moment lang im oberen Zuspiel gehalten werden (Auslegung des Schiedsgerichts)

  • das Berührend des Balls auf gegnerischer Seite vor oder während des Angriffs des Gegners ist verboten

  • ein Angriff als Lob mit der offenen Hand ist verboten

  • Das Spielen des Balls auf die andere Netzseite im oberen Zuspiel ist nur im rechten Winkel zur Schulterachse erlaubt. Ausgenommen ist der Zuspielversucht, wenn der Ball unbeabsichtigt zum Gegner fliegt

Das Foto zeigt das Zuspiel von Kay Matysik für seinen Partner Jonathan Erdmann beim FIVB Beachvolleyball Major Hamburg 2016

Zuspiel von Ex-Nationalspieler Kay Matysik

Regeln zum Netz

  • der Ball darf das Netz berühren
  • Spielern ist es verboten, dass Netz zu berühren wenn sie aktiv am Spiel teilnehmen
  • Ein zufälliger Kontakt der Haare mit dem Netz ist erlaubt
  • Nach Schlagen des Balls darf der Spieler alle Gegenstände (Pfosten…) außerhalb des Netzes berühren
  • Es ist kein Fehler, wenn der Ball gegen das Netz gespielt wird und dadurch das Netz einen Gegenspieler berührt

Blockregeln

  • Blocken ist eine Verteidigung oberhalb des Netzes in der Nähe des Netzes
  • nach einem Block darf der Blockspieler den Ball ein weiteres Mal berühren
  • das Übergreifen beim Block ist erlaub, sofern dies nicht den Gegner behindert
  • nach einem Block hat eine Mannschaft noch 2 Ballkontakte zur Verfügung
  • das Blocken des gegnerischen Aufschlags ist verboten
Das Foto zeigt Tim Holler beim Block.

Beachvolleyballer Tim Holler beim Block ( Foto: FIVB)

Sichtblock

Die aufschlagende Mannschaft darf die Sicht auf den Aufschlagspieler und die Flugbahn des Aufschlags nicht verdecken

Aufschlag

Beachvolleyballerin Bieneck beim Aufschlag (Foto: P. Anderfuhren)

  • macht das Team, welches aufgeschlagen hat, einen Punkt, schlägt der selbe Spieler erneut auf
  • Der Ball muss mit der Hand oder Arm eines Arms nach vorherigem Anwurf geschlagen werden
  • Der Ball darf nur 1x angeworfen werden, es gibt keinen 2. Versuch
  • Der Ball darf beim Aufschlag die Netzkante (innerhalb der Antennen berühren). Das Über-/ Untertreten der Grundlinie während des Aufschlags gilt als Fehler.
  • Vor dem Spiel wird die Aufschlagreihenfolge durch den Kapitän festgelegt. Diese muss während des gesamten Satzes eingehalten werden. Schlägt ein falscher Spieler auf, erhält der Gegner einen Punkt.

Auszeit (Timeout) Regelungen

Jedes Team kann eine Auszeit (30 Sekunden) mittels Handzeichen pro Satz beantragen. Diese muss vor dem Anpfiff erfolgen. Beide Teams können unmittelbar hintereinander ihre Auszeit beantragen ohne dass ein Punkt dazwischen gespielt werden muss. Bei nationalen oder internationalen Turnieren erfolgt eine Technische Auszeit (Technical Timeout) nach 21 gespielten Punkten (z.B. beim Stand von 13:8). Diese Auszeit dauert 60 Sekunden und findet nur einmal pro Satz statt.

Spielball im Beachvolleyball

  • Der Ball muss kugelförmig und aus einem lederähnlichem Material bestehen sowie zertifiziert sein

  • Der Umfang beträgt 65 bis 67 cm bei einem Gewicht von 260 bis 280 g sowie einem Druck von 0,175 bis 0,225 kg/cm2

Das Foto zeigt 8 Mikasa VLS 300 Beach Champ Beachvolleybälle von INCHEZplus

Der Mikasa VLS 300 Beach Champ ist der offizielle Spielball der deutschen Tour, der FIVB Beach World Tour und in 8 deutschen Landesverbänden.

 

Der Molten V5B5000-DE Beachvolleyball im Sand auf dem Beachfeld. Er ist bereit für den Test bei VolleyballFREAK.

Der Molten Beachvolleyball V5B5000 ist in 8 Landesverbänden der offizielle Spielball

Mannschaftszusammensetzung

Der Kapitän…

  • vertritt sein Team bei der Auslosung (Seitenwahl, Aufschlag/ Annahme)

  • unterschreibt nach dem Spiel den Bogen und bestätigt damit das Spielergebnis

Beide Spieler…

  • erkennen die geltenden Regeln an und nehmen die Entscheidung des Schiedsgerichts an

  • dürfen während des Spiels miteinander sprechen

  • dürfen mit dem Schiedsgericht kommunizieren (Regelerläuterungen, Auszeit beantragen…)

Verletzt sich ein Spieler ist das Team unvollständig und verliert das Spiel

Regeln zur Ausrüstung

In der Regel besteht die Kleidung aus einer kurzen Hose und einem Shirt, bzw. einem Bikini. Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen sind erlaubt. Bei großen Turnieren sind die Oberteile mit Ziffern 1 und 2 versehen

Spieler müssen barfuß (Ausnahme Beachsocks oder Tapes) spielen

Auf Antrag dürfen weitere wärmende Textilien getragen werden, bzw. bei Nässe das Trikot getauscht werden

Sanktionen und Verzögerungen

  • die erste Verzögerung wird mit einer Verwarnung bestraft

  • die zweite Verzögerung im gleichen Satz wird mit Spielzugverlust bestraft

  • Kleine Unkorrektheiten werden mit einer Verwarnung geahndet, welche weder eingetragen wird noch Konsequenzen hat

  • die gelbe Karte ist das letzte Warnsignal für die gesamte Mannschaft

  • „ungebührliches“ Verhalten wie kommentieren (nicht beleidigen). zieht eine rote Karte und ein Spielzugverlust mit sich

  • beleidigendes Verhalten bedeutet das Zeigen der gelben und roten Karte durch den Schiedsrichter. Der Spieler muss für den Satz das Spielfeld verlassen. Das Team ist für den laufenden Satz unvollständig

  • die Tätlichkeit: Bei Übergriffen zeigt der Schiedsrichter ebenfalls die gelbe und rote Karte, allerdings getrennt in den Händen. Der Spieler ist disqualifiziert und das Spiel ist verloren, da das Team unvollständig ist.

  • Auch unkorrektes Verhalten vor und zwischen den Sätzen wird bestraft.

Verletzungen oder Unterbrechungen

  • Bei einer Verletzung oder einer anderen Beeinträchtigung wird der Spielzug wiederholt

  • Verletzten Spielern wird eine Wiederherstellungszeit von 5 Minuten pro Spiel zugestanden

  • Kann ein verletzter Spieler nicht weiterspielen, ist das Spiel verloren (unvollständige Mannschaft)

  • Wird das Spiel durch äußere Einflüsse (einmalig/ mehrmals) länger als 4 Stunden unterbrochen, muss das Spiel wiederholt werden, andernfalls wird das Spiel mit den gleichen Spielstand fortgesetzt

VolleyballFREAK-TIPP #1:
Immer wieder überlegen/ testen die Volleyballverbände neue Regeln, deshalb: Versucht auf dem Laufenden zu bleiben. Der VolleyballFREAK stellt Euch immer jede Neuerung vor!
VolleyballFREAK-TIPP #2:
Möchtest Du zum echten Volleyball-Kenner werden, hilft nur das ausführliche Studium des Regelhefts sowie eine Ausbildung zum (Beach) Volleyball-Schiedsrichter!

Viel Spaß und allzeit gutes Spiel wünscht der

VolleyballFREAK

P.S. Wenn ihr euch noch mehr in die Regeln einlesen wollt, könnt ihr Sie entweder hier direkt bei der FIVB als PDF download

Download offizielle FIVB Beachvolleyball Regeln

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