Wir von VolleyballFRREAK haben das große Glück, bereits einen der neuen und für Tokyo 2020 konzipierten Hallenvolleybälle aus dem Hause Mikasa exklusiv vorab testen zu dürfen. Hier könnt ihr alle Merkmale des V200W bei der offiziellen Vorstellung nachlesen.

Lest hier, wie sich der neue Ball in der Praxis geschlagen hat.

Frank Streißle, Brand Manager Mikasa Hammer AG, hier zusammen mit Philipp Seel, ÖVV-Generalsekretär hat uns den Ball zur Verfügung gestellt. (Quelle ÖVV / Hammer Sport.)

Unboxing des Mikasa V200W

Der Ball kommt – mit dem richtigen Luftdruck versehen und ohne weitere Verpackung – spielfertig als Paket in der Redaktion an.

Das fällt auf dem ersten Blick auf: Eigenschaften und Design des Mikasa V200W

Das Foto zeigt den alten Mikasa mva200 neben dem neuen Mikasa V200w Volleyball. Im Hintergrund trainieren Volleyballer am Netz

Der alte Mikasa MVA 200 und der neue Mikasa v200w Volleyball für die Halle

  • Die Farben blau und gelb bleiben dem Ball weiter erhalten
  • Die Anteile der gelben Flächen sind deutlich größer geworden als beim Vorgänger
    • Dadurch soll die Sichtbarkeit weiter gesteigert werden
    • Der Ball wirkt optisch kleiner als der Mikasa MVA 200
      • Wir haben nachgemessen: Der neue Ball hat den gleichen Umfang wie der alte Ball: 66cm
  • Der Testball wirkt sauber verarbeitet, nirgend sind Kleberückstande oder Verarbeitungsfehler zu sehen
    • Auch das Ventil, bei Bällen häufig die Achillesverse, ist sauber im Ball eingelassen
  • Das Druckbild der Logos und Hinweise ist klar
  • Mit dem V200W gehören die acht flammenförmigen Panels des MVA 200 der Vergangenheit an. Mikasa setzt beim Nachfolger auf 18 Panels mit doppel „Dimple“ (kleine Vertiefungen) – Oberfläche aus Mikrofaser
    • Dies soll die Flugeigenschaften weiter verbessern und mehr Kontrolle verschaffen

Die neue „Nano Balloon Silica“ genannte Oberfläche soll die Oberfläche weniger rutschig machen, auch wenn Schweiß an den Ball gelangt. Dies soll zu weniger Fehlern bedingt durch eine feuchte Oberfläche auch bei langen Ballwechseln führen.

Auf dem ersten Blick und Anfassen fühlen wir keinen Unterschied bei den Materialien ertastet.

Wie schlägt sich der Mikasa V200W im Spiel?

Das Foto zeigt den Mikasa v200w Volleyball im VolleyballFREAK-Test.

Der Mikasa v200w Volleyball im VolleyballFREAK-Test

Was uns interessiert hat ist aber natürlich, wie sich der neue Ball in der Praxis schlägt. Getestet haben wir folgende Kategorien.

  • Hinweis vorab: Der Ball war gemäß Aufdruck/ Herstellerangaben aufgepumpt. Der Ball wurde mit bereits bespielten MVA 200 Bällen verglichen. Die Oberfläche des V200W war zu Beginn noch deutlich glatter als die der bereits eingespielten Bälle.

Der Mikasa V200W beim Sprungaufschlag mit Rotation

  • Den Testerinnen und Testern ist kein nennenswerter Unterschied aufgefallen. Lediglich die Optik (der hohe Gelbanteil) wurden angemerkt. Der Ball konnte mit der gleichen Härte, Präzision und technischen Ausführung geschlagen werden. Die elastischen Eigenschaften sind vergleichbar mit dem MVA 200.

Der Mikasa V200W beim Flatteraufschlag

  • Ähnlich unverändert reagiert der Ball auch beim (Sprung-) Flatteraufschlag:
    • Der Mikasa liegt gewohnt in der Luft. Wird er gut getroffen, tritt der Flattereffekt auf.
      • Der Unterschied zwischen V200W und MVA 200 ist kaum spürbar. Der Unterschied zum Molten V5M5000 bleibt weiter bestehen.
Das Foto zeigt einen Volleyballer beim Flatteraufschlag mit dem Mikasa v200w.

Der Mikasa V200W im Test beim Flatteraufschlag.

Der Mikasa V200W in der Annahme/ Abwehr

  • Da die Flugeigenschaften sowohl bei Rotations- als auch bei Flatteraufschlägen sehr identisch zum alten Ball sind war für die Annahmespieler keine große Umstellung nötig.
  • Ebenfalls sehr ähnlich verhielt sich der Ball hinsichtlich des Absprungverhaltens von den Armen und Händen
  • Bei der oberen Annahme fiel auf, dass der neue Ball noch sehr glatt ist. Dies änderte sich auch im Laufe des Tests nach einigen Stunden verteilt auf mehrere Trainingseinheiten nicht
  • Das neue Design wurde häufig als gewöhnungsbedürftig aufgeführt, aber ohne Tendenz undnocht als klar besser oder schlechter

Der Mikasa V200W im (oberen) Zuspiel

  • Mit Ausnahme der glatten Oberfläche sind den Zuspielern keine Unterschiede aufgefallen
Das Foto zeigt einen Volleyballer beim Pritschen mit dem Mikasa V200W.

Fabian testet den Mikasaball beim Pritschen.

Der Mikasa V200W im Angriff

  • Bezogen auf die Angriffshärte und Kontrolle sind sowohl bei harten Angriffen als auch Finten keine Unterschiede deutlich geworden

Der Mikasa V200W in langen Rallys

  • Ein Problem, mit denen Volleyballer und Hersteller seit Anbeginn des Volleyballsports kämpfen, ist das Verhindern des Durchrutschens von feuchten Bällen durch die Finger. Hier soll der neue Mikasa-Ball durch die „Nano Balloon Silica“-genannte Oberfläche Vorteile zum Vorgänger haben. Kurz gesagt: Keinem der Testerinnen oder Tester ist ein Unterschied aufgefallen. Ist der Ball feucht durch Schweiß, wird er schlüpfriger, trocken bietet er die gleichen Eigenschaften die schon vom alten Ball bekannt sind.

Fazit zum Mikasa V200W

Ein Fazit zu ziehen fällt leicht:

  • Mit dem V200W ist Mikasa sicher nicht der große Wurf gelungen. Der V200W ist gut/ perfekt verarbeitet. Die Spiel-, Flug- und elastischen Eigenschaften sind sehr nah dran am alten MVA 200, Unterschiede wurden so gut wie keine festgestellt.
  • Für Vereine stellt sich dennoch die Frage nach dem „warum“? Spätestens eine Saison nach Tokyo 2020 werden sie so doch wieder gezwungen sein (nach der Übergangsperiode) neue Bälle für ihre Teams anzuschaffen.
  • Was der neue Ball kosten wird ist noch nicht klar!
  • Der augenscheinlich auffälligste Unterscheid besteht im Design. Hieran scheiden sich die Geister. Stimmen, die offen für das neue Design waren haben wir gesammelt, ebenso wie Kommentare à la „Sieht aus wie ein Handball/ Fußball“.
    Letztlich ist Design immer eine Frage des individuellen Geschmacks. Sicherlich wird man sich in der ersten Zeit aber erst einmal umgewöhnen müssen.

Das ist gut/ bleibt gut

  • Verarbeitung
  • Flugeigenschaften
  • Sichtbarkeit des Balls

Das könnte besser

  • Die Anti-Nass/Rutsch-Oberfläche „Nano Balloon Silica“ ist nicht aufgefallen

Ein guter Ball wird durch einen guten, neuen Ball ersetzt.

Stimmen zum neuen Ball Mikasa V200W

Kerstin Freudenhammer von DSHS Snowtrex Köln beim Aufschlag mit dem Mikasa V200W

Kerstin Freudenhammer beim Aufschlag mit dem Mikasa V200W

Wir haben den Mikasaball bei den Damen vom DSHS Snowtrex Köln aus der 2. Volleyball-Bundesliga zum Testen abgegeben um noch andere Meinungen einzuholen. Die Stimmen gibt es hier:

  1. Viola Torline: Ich finde beim Aufschlag kriegt man ihn leichter ins Flattern, als den alten Ball.
  2. Julia Volleybal: In der Annahme kann ich schlechter einschätzen, ob der Ball fällt. Teilweise segelt der die ganze Zeit auf einer Höhe weiter. Wenn der Mikasaball in der Luft rotiert, lenkt das Muster auf dem Ball ab.
  3. Mareike Vball: Ich merke beim spielen keinen besonderen Unterschied, aber ich finde es doof, dass das Design an einen fussball erinnert
  4. Kerstin Freudenhammer: Ich finde der hat voll die Trampolineigenschaften….feste gegenhauen hat mehr effekt🙈
  5. Katja Sallie: Der Mikasa V200W liegt beim Pritschen super schön in der Hand.
  6. Karo Reich: Ich habe keinen großen Unterschied zu den alten Bällen gemerkt. Er wirkte etwas schwerer und härter. Beim Aufschlag fliegt der neue Mikasa V200W besser.

Weitere Angaben zum Test

  • Der Ball wurde uns von Frank Streißle, Brand Manager Mikasa – Hammer Sport AG kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für den freundlichen, hilfsbereiten Kontakt!
  • Der Test wurde zwischen dem 29. Januar und 26. Februar 2019 durchgeführt.
  • Mit Ausnahme des gestellten Balls der Hammer AG besteht zwischen VolleyballFREAK und der Hammer AG keine Geschäftsbeziehung. Der Test ist unabhängig durchgeführt worden und spiegelt zu 100% ausschließlich die Erfahrungen der Tester und des VolleyballFREAK-Redakteurs wieder.

Immer wieder führt VolleyballFREAK aber auch bezahlte Tests durch.

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Den Test führte VolleyballFREAK Redakteur Tobias Goerlich in Zusammenarbeit mit seinen Spielern des TVA Hürth, Dritte Liga West Männer sowie DSHS Snowtrex Köln, 2. Bundesliga Nord Frauen, durch.
Bereits kurze Zeit nach dem Start des Blogs in 2014 schreibt Tobias regelmäßig für den VolleyballFREAK. Mehr zu Tobias hier