In 2008 war es soweit. Ich zog nach Köln, in die Rheinmetropole mit mehr als 1,0 Mio. Einwohnern. Mir war klar, dass ich als leidenschaftlicher Volleyballer soviel Volleyball spielen wollte, wie es die Freizeit neben dem Beruf zulässt. Ein solch großer Ballungsraum wie Köln musste doch einfach viele Volleyballvereine haben.

„Hol doch mal die rote Sporttasche!“

So dauerte es nicht lange und ich wurde Mitglied im Hürther Volleyballverein TVA Fischenich, wo ich aktuell in der 4. Mannschaft spiele. Nachdem mein erstes Training abgeschlossen war und das Netz abgebaut wurde, hörte ich zum ersten Mal den Satz „Hol doch mal die rote Sporttasche!“. Von der roten Sporttasche hatte ich beim Volleyball zuvor noch nie etwas gehört. Was es mit der roten Sporttasche auf sich hatte, das erfahrt Ihr in diesem Artikel…

Kölsche Kultur – auch im Volleyball -Verein!

Hürth gehört zwar offiziell nicht zu Köln, doch liegt diese Stadt fast näher an der Kölner Innenstadt, als so manch ein offizieller Stadtteil von Köln – beispielsweise einer auf der Schäl Sick, ein Begriff, den die Kölner für die „falsche“ Rheinseite, also für das rechte Rheinufer, verwenden. Aufgrund dieser geografischen Nähe zu Köln ist es auch klar, dass man in Hürth ebenfalls die Kölsche Kultur zu pflegen weiß. Nicht zuletzt kommen ja auch viele Volleyballer unseres Vereins ursprünglich aus Köln. Und es gibt im Wesentlichen vier Dinge, die zu Köln gehören:

  1. Der Kölner Dom
  2. Der Rhein
  3. Kölsch
  4. Der 1. FC Köln

Als ich bei meinem ersten Training dann die „rote Sporttasche“ sah, war mir alles klar. Es handelte sich um einen Kasten Kölsch der Marke Reissdorf. Die Flaschenetiketten sowie der Bierkasten sind bei Reissdorf in einem klassischen Rot gehalten. Diese Farbe findet sich ja schließlich auch im Wappen der Stadt Köln wieder. Die Brauerei Früh verwendet ein ähnliches Rot und wird deshalb auch oft als rote Sporttasche bezeichnet. Doch bei uns im TVA Fischenich wird Reissdorf getrunken. Gemäß Artikel 6 des Kölschen Grundgesetz könnte man auch sagen „Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.“ (Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.). Zugegebenerweise war ich zunächst sehr erstaunt über die „rote Sporttasche“, doch auf ein Bierchen nach Kölscher Brautradition wollte ich mich einlassen. Doch was ist eigentlich besonders an Kölsch?

5 Fakten zum Kölsch

  1. Kölsch ist wird obergärig gebraut und enthält als Vollbier um die 4,8 % vol Alkohol.
  2. Ein Bier darf sich nur dann Kölsch nennen, wenn es innerhalb des Kölner Stadtgebietes gebraut wird – der Begriff ist geschützt.
  3. Auch wenn Köln und Düsseldorf bis heute eine lange Fehde austragen – Kölsch und Alt sind als Biere eng miteinander verwandt, trotz unterschiedlicher Farbe und verschiedenem Geschmack.
  4. Kölsch wird aus kleinen 0,2l Gläsern, der sogenannten „Stange“ getrunken, da es schnell schal wird.
  5. Kölsch wird in Deutschland sehr unterschiedlich aufgenommen – entweder liebt man Kölsch oder man verschmät es!

Kölsch ist selbst international bekannt wohl bekannt wie der englischsprachige Bierblog German Beers zeigt.

Vom Geschmack her empfand ich das für mich damals noch unbekannte Kölsch als recht mild und leicht genießbar. Trotzdem sprach es mich als Nicht-Biertrinker überhaupt nicht an. Was mir jedoch am meisten Spaß beim Genuss der „roten Sporttasche“ bereitete waren die vielen netten und interessanten Gespräche, die ich mit meinen neuen Volleyballkollegen hatte. Mir war schnell klar, dass nicht das Bier im Mittelpunkt stand, sondern die dazugehörige Geselligkeit!

Volleyball und Bier – passt das wirklich gut zusammen?! Ja!

Die Antwort ist ja. Solange man es mit dem Bierchen nicht übertreibt. Das gemeinsame Bier, ob aus der „roten Sporttasche“ oder auch von einer anderen Marke, trägt nach dem Training oftmals zu einer gemütlichen Runde bei. Zudem stellt eine Runde Bier eine nette Belohnung für ein hartes Training dar– viele Mannschaftskollegen freuen sich darauf. Bei einem Bier lässt es sich gut über Läufersysteme, Regeln, Taktiken oder bevorstehende Turniere reden. Der Teamzusammenhalt wird gepflegt und ausgebaut. Zudem gibt es viele alkoholfreie Biere, die als isotonisch gelten. Wenn man Alkohol nach dem Sport trinkt, sollte man jedoch die folgenden Punkte beachten:

  • Zu viel Alkohol entnimmt dem Körper Wasser und Mineralien, die dieser gerade nach einer harten Trainingssession benötigt.
  • Auch wenn Bier im Vergleich zu anderen nichtalkoholischen Getränken vielleicht sogar weniger Kalorien hat, ist der darin enthaltene Alkohol für sich genommen ein Dickmacher.
  • Zu viel Bier kann dem Trainingseffekt zunichte machen – das ganze Training ist dann quasi für umsonst gewesen.
  • Wer schon mal mit Alkohol Probleme hatte, sollte besser die Finger davon lassen.

Im Fazit kann man sagen, dass im Normalfall ein Bier nach dem Volleyballtraining nicht wirklich schadet, sondern eher Vorteile bietet. Heute weiß ich, dass die „rote Sporttasche“ – ob nach dem Training oder nach einem harten Turniertag –einen festen Platz in unserer Volleyballmannschaft hat und sie diesen auch verdient. Ich mag zwar persönlich kein Bierliebhaber sein, aber auf unsere „rote Sporttasche“ möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten müssen. Wie ist es bei Euch? Habt Ihr ebenfalls ausgefallene Namen für Euren Mannschaftsbierkasten?

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