„Der Fehler liegt bei uns!“

VolleyballFREAK wurde in den vergangenen Wochen immer wieder auf Probleme rund um die Einführung des neuen Molten Beachvolleyballs angeschrieben und gesprochen. In knapp der Hälfte aller Landesverbände des DVVs sind Molten Beachvolleybälle die offiziellen Spielbälle – aus nahezu jedem erreichten uns Fragen, die sich größtenteils um den Komplex der großen Lieferschwierigkeiten drehten – aber auch Kritik an der Qualität des neuen Balls wurde geäußert. Im VolleyballFREAK-Test schlug sich der Ball hingegen sehr ordentlich.

Das Foto zeigt Markus Wedler von Molten, der mit VolleyballFREAK ein Telefoninterview geführt hat.

Interviewpartner Markus Wedler von Molten

Eure Kritik haben wir zum Anlass genommen um mal bei Molten Deutschland nachzuhorchen, wie es zu den gravierenden Lieferproblemen kommen konnte – und wann Besserung in Sicht sein wird.

VolleyballFREAK sprach für Euch mit Verkaufsleiter Markus Wedler (seit zwölf Jahren bei Molten, seit Oktober 2017 in dieser Position).

Was sind die Gründe für die Lieferprobleme des V5B5000?

Im Gespräch nennt Wedler zwei große Probleme, die die Lieferprobleme verursachen würden:

  1. Probleme bei der Beschaffung der Rohstoffe für den Beachball
  2. Probleme bei den Produktionsstätten in China

Überrascht sei Molten zudem von den Landesverbänden gewesen: Die meisten hätten sich zur direkten Einführung des neuen Balls ohne Übergangsfrist entschieden, dadurch ist die Nachfrage nach dem neuen Ball direkt sehr groß gewesen.

Der WVV beispielsweise als größter Landesverband entschied sich ebenfalls dazu, den Ball ohne Übergangsfrist einzuführen. Als Molten Anfang des Jahres bemerkte, dass es Probleme bei der Produktion gibt, hätte Molten weitere Verbände vor der übergangslosen Einführung „gewarnt“.

Gegen den Vorwurf, Molten würde die Bälle künstlich verknappen um die Preise hochschrauben zu können, wehr sich Wedler klar: Dies sei Quatsch!

Wer hat Schuld an der Ball-Misere?

Hier ist Wedler sehr deutlich:

Der Fehler liegt klar bei uns. Wir entschuldigen uns bei allen Spielern und den Sportartikelhändlern dafür. Wir waren und möchten auch weiter ein zuverlässiger Partner für den Volleyballsport sein. In Zukunft wird das nicht noch einmal vorkommen!“

Wann wird Besserung bei der Lieferzeit in Sicht sein?

Große Hoffnung auf schnelle Besserung kann Wedler nicht machen. Im Spätsommer sollten die Lieferschwierigkeiten passé sein. Leider zu spät für die meisten deutschen Beacher, gibt Wedler zu.

Er versichert, dass die Produktion gerade bei über 100% Auslastung liege und Bälle statt via Schiff mit Luftfracht (und Zusatzkosten für Molten) nach Deutschland transportiert würden.

Molten Deutschland versucht zudem, Kontingente für das Ausland für den deutschen Markt bereit zu stellen.

Jeden Monat würden Tranchen, z.B. volleyballdirekt als größtem Partner, zur Verfügung gestellt. Diese würden aber auf absehbare Zeit nicht ausreichen, die große Nachfrage und alle Vorbestellungen zu stillen.

Die Produktion des alten Molten Beach Masters sei 2017 eingestellt worden, was bedeutet, dass auch die Versorgung für den Übergang mit dem alten Ball ein Problem darstelle.

VolleyballFREAK hofft, dass die hohe Produktionsauslastung nicht zu Problemen bei der Qualität der hergestellten Bälle führt.

Alles in allem eine ziemlich vertrackte Situation!

 

Das ist ein Screenshot des Molten Beachvolleyballs V5B5000 im Onlineshop Volleyballdirekt.de mit Liefertermin Ende Juli 2018.

Liefertermin Ende Juli… So wie bei unseren Kooperationspartner volleyballdirekt sieht es in allen Onlineshops derzeit aus.

Wie reagieren die betroffenen Landesverbände auf die Probleme?

Thüringen reagierte und erklärte den alten Beachball wieder zum offiziellen Ball der Turniere des TVV.

Wie weitere Verbände reagieren, ist noch nicht zu sagen. Da eine Versorgung mit dem neuen Ball nicht sichergestellt werden kann, meint VolleyballFREAK, dass ein Festhalten am neuen Ball als offiziellen Spielball nicht gerechtfertigt wäre. Sowohl alter als auch neuer Ball sollten gleichrangig eingesetzt werden können.

Was sagt Molten zu den Qualitätsproblemen des neuen Balls?

Im Zuge der Recherche zu den Lieferschwierigkeiten wurde VolleyballFREAK auch mit Produktionsmängeln konfrontiert:

  • Mängel in der Dichtigkeit der Blase
  • Mängel bei der Verarbeitung der Nähte

Wedler sagte hierzu, dass ihm keine Probleme bekannt seien. Die Reklamierquote liege konstant bei unter einem Prozent. Ferner würden sich Molten und seine Vertragspartner bei Problemen schon immer kulant zeigen: Auch wenn Bälle durch z.B: Anwendungsfehler Defekte aufweisen würden (Einführen einer Ballnadel ohne Anfeuchten) in der Regel zeitnah Ersatzbälle bereitgestellt werden.

Wedler betont auch, dass der neue Ball bei verschiedenen Tests – unter anderem auch bei VolleyballFREAK – gut abgeschnitten habe – lediglich das Design sei in Deutschland nicht so gut angekommen. Hintergrund hierfür ist aber, dass der Ball dem boomenden US-Markt und Geschmack angepasst worden sei.

Warum wurde der Ball so plötzlich eingeführt?

Für viele Beacher war die Einführung des neuen Balls nach Weihnachten 2017 ärgerlich, hatten sie doch zum Fest noch zahlreich den alten Ball verschenkt. Wedler weist darauf hin, dass Molten Produkte und Kataloge immer kalendarisch plane. Der Katalog mit den neuen Produkten sei für Anfang 2018 geplant worden, der Verkauf des Balls über alle geregelten Kanäle in Deutschland hätte dann planmäßig im ersten Quartal begonnen.

VolleyballFREAK-Service: Wir helfen Euch bei Problemen mit dem neuen Molten-Ball

Der VolleyballFREAK ruft auf: Habt ihr negative Erlebnisse mit dem neuen Molten Beachvolleyball gemacht (Nähte schlecht verarbeitet, die Blase hält die Luft nicht…), schreibt an info@volleyballfreak.de, gerne mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung des Problems. Wir leiten Eure Fälle gerne gesammelt an Molten weiter und helfen Euch! Molten hat zugesagt, sich um jeden Fall zu kümmern.

Vielen Dank an Markus Wedler von Molten Deutschland für das offene Gespräch.

Das Telefonat führte VolleyballFREAK Redakteur Tobias Goerlich.

Tobi Goerlich ist mit aktiv bei VolleyballFREAK.

Bereits kurze Zeit nach dem Start des Blogs in 2014 schreibt Tobias regelmäßig für den VolleyballFREAK. Mehr zu Tobias hier

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