Nein! – der Knigge ist nicht die neueste Beach Volleyball-Abwehrtechnik und kleiner Bruder des Beach-Digs! In diesem Beitrag soll es über das gute und sportliche Miteinander auf Beach Volleyballturnieren gehen.

Warum ein Beach Volleyball-Knigge?

Zum Volleyball gehören viele geschriebene Regeln – aber eben auch eine ganze Menge „ungeschriebener Gesetze“. Um Zweitere soll es hier gehen. So können weniger-routinierte Turnierspieler sich gute Tipps für ihre ersten Turniererfahrungen holen, aber auch für die „alten Hasen“ gibt es sicherlich noch einige Tipps, die sie bei ihren weiteren Turnieren beachten können!

Technical Meeting

Zu jedem Turnier, egal ob kleines Mixed-Turnier, Premium-Cup oder Rasenturnier, gehört – bevor die ersten Bälle fliegen, das Technical Meeting. Seid pünktlich hierzu da, da der Ausrichter hier alle wesentlichen Dinge für das Turnier vorstellt.

Auch wenn gesagt wird, dass es keinen dummen Fragen gibt: Erzählt der Ausrichter, wie der Spiel-Modus ist und ihr kommt 2 Minuten später zu ihm um genau das zu erfragen – ist das eine dumme und unnötige Frage. Also: Macht Euch und anderen das Leben nicht unnötig schwer und hört aufmerksam zu!

Was bei Technical Meetings geklärt wird:

  • Wie viele (Gewinn-)Sätze werden bis zu welchem Punktestand gespielt?
  • Wann sind die Seitenwechsel?
  • Welches ist der offizielle Spielball?
  • Wie ist der Spielmodus (Double-Out-System, Pool-Play, Schweizer-System…)
  • gerade wenn ihr den Modus nicht kennt, hört genau zu, damit es nicht zu unnötigen Problemen und Verzögerungen im Ablauf kommt!
  • Wo sind Duschen, Umkleiden und WC, Parkplätze?
  • Selten wird auch ein Spielersprecher gewählt, der bei strittigen Entscheidungen als Schlichter auftritt
  • Wie lang sind Einspielzeiten auf dem Feld und wo sind ggf. weitere Einspielzonen
  • Preise für Getränke und Essen
  • Gibt es neue Spielregeln die erläutert werden müssen (aktuell: Netzberührungen; immer eine Frage: Zuspielversuch)?
  • wird mit oder ohne Schiedsrichter gespielt (bei kleinen Turnieren)?
  • Müssen offizielle Shirts getragen werden (werden dann vorher zur Verfügung gestellt)?

VolleyballFREAK-Tipp: Für Turnierorganisatioren gibt es keine „nervigere“ Frage als diese hier: „Wann spiele ich wieder?“ Deshalb immer schön den Spielplan im Überblick behalten. Dabei hilft auch das Technical Meeting. 😉

Fair-play!

Die Spiele gehen endlich los! Hier sollte für alle Turniere, egal auf welchem Niveau und welcher Art gelten: Fair-play! (Beach) Volleyball soll Spaß machen, auch wenn es um Punkte oder kleines Geld geht! Gerade bei Turnieren ohne Schiedsrichter geht respektvoll miteinander um. Technische Auslegungen klärt im Vorfeld, bei strittigen Bällen verständigt Euch auf Doppelfehler“. Gebt Netzberührungen- oder Tuschbälle zu. In absoluten Ausnahmefällen (!) holt Euch einen Schiedsrichter hinzu.

Bei Turnieren mit Schiedsrichtern (andere Spieler oder externe) geht auch hier sportlich mit den Schiris um: Ihr wisst selbst alle aus eigenen Erfahrungen, wie schwierig und stressig das Leiten eines Spiels sein kann. Helft mit, dass die Spiele für alle eine sportlich-faire Sache sind.

Am Ende des Tages geht es uns allen doch nur um den Spaß an der Freude!

Spielplan im Blick behalten

Bei Turnieren gibt es diverse Möglichkeiten, den Sieger zu ermitteln. Wichtig bei allen Systemen ist: Behaltet den Spielplan im Auge und achtet auf Durchsagen der Turnierleitung! Nur so können Turnier reibungslos über die Bühne gebracht werden und alle haben ihren Spaß.

Transparent: Mit einem Orgaboard behält man jederzeit den Überbick!

Charakteristika von einzelnen Systemen

Double Out/ Double knock-out/ Doppel-KO

Die wahrscheinlich populärste Turnier-Variante: Wenn es schlecht läuft geht ihr „One-two-Barbecue“, d.h. ihr spielt 2x und verliert beide Spiele und könnt Euch ausschließlich aufs Chillen und Grillen konzentrieren. Nach nur einer Niederlage bleibt ihr weiter im Turnier und könnt auch noch auf der „Loser-Seite“ ins Finale kommen – dieser Weg beinhaltet aber mehr Spiele als auf der „Winner-Seite“.

In der ersten Runde gesetzt werden der Erste gegen den Letzten usw. Varianten hiervon gibt es für 8, 12, 16, 24, 32, 48 und sogar 64 Teams. Fehlen ein paar Teams zum Erreichen der erforderlichen Zahlen, kann sich der Ausrichter auch mit „Freilosen“ behelfen.

Aus dem Tennis bekannt und auch – aber selten praktiziert – ist der Single-Out-Baum. Bei einer Niederlage seid ihr aus dem Turnier ausgeschieden und könnt das Turnier entspannt weiter genießen 😉

Vorteil: Einfach zu betreuendes System welches allgemein bekannt ist.

Nachteil: Die Spielstärke einzelner Teams muss vor dem Turnier bekannt sein.

Pool-Play

Zunächst spielt ihr ein Turnier in festgelegten Gruppen (3er, 4er, 5er oder auch 6er Gruppen). Diese sind entweder gemischt mit starken „Gruppenköpfen“ und anderen schwächeren Teams oder auch leistungshomogen. Nach der Gruppenphase im jeder-gegen-jeden Modus geht es entweder in weiteren Gruppen, Zwischenrunden, einem Baum oder auch zwei Bäumen für die oben und unten platzierten Teams weiter.

Vorteil: Alle Teams haben garantiert mehr als zwei Spiele

Nachteil: Das Turnier dauert länger, eine Mindestanzahl an Feldern darf nicht unterschritten werden

Schweizer-System

Das so genannte Schweizer-System kommt häufig bei Spaß-Turnieren zum Einsatz, da alle Teams gleich viel Spielen und es schon während des laufenden Turniers fortwährend zu spannenden Partien auf Augenhöhe kommt.

Ablauf des Schweizer-Systems: Zu Beginn wird eine Rangliste ausgelost. In dieser Spielen der Erste gegen den Zweiten, Dritter gegen Vierter usw. Nach diesem Spiel wird

eine neue Rangliste mit den Ergebnissen des ersten Spiels erstellt: Es spielen abermals die neuen Ersten gegen die Zweiten usw. Dies wird in bis zu fünf Runden wiederholt um eine End-Rangliste zu erhalten. Kommt es im Verlauf zu gleichen Paarungen unmittelbar nacheinander spielt z.B. der Fünfte nicht gegen den Sechsten, sondern dann gegen den Siebten oder Achten. So sind permanent spannende Spiele garantiert. Nach den Spielrunden kann je nach Zeit und Feldkapazität ein Single- oder Double-Out-Baum angeschlossen werden.

Vorteile: Viele schöne Spiele schon von Beginn an auf Augenhöhe. Die Spielstärke der einzelnen Teams muss vor Turnierbeginn nicht bekannt sein.

Nachteil: Hoher Aufwand durch die Turnierleitung. Spielpausen, wenn die neuen Ranglisten erstellt werden. Es müssen immer erst alle Partien einer Runde gespielt werden, ehe die nächsten Paarungen bekannt gegeben werden können. So können zwischendrin Felder kurzfristig unbespielt bleiben.

Mega-Turniere oder verschiedene Turniere parallel

Ausnahmesituation für Eure Aufmerksamkeit kann es auch geben, wenn ihr bei „Mega-Turnieren“, wie Rasenturnieren in den Niederlanden oder auch bei den NVV-Inselturnieren auf Borkum teilnehmt. Dort finden teils verschiedene Turniere parallel zueinander statt –auf 50 und mehr Feldern. Dort unbedingt Acht geben, für welches Turnier welche Felder zur Verfügung stehen und besonders auf die Ansagen hören!

2-Tages Turniere auf Sand oder Rasen

Besonders beliebt sind Turniere mit Übernachtung. Na klar, kann man doch so zumeist samstags abends in netter Runde und mit Team und Gleichgesinnten ordentlich feiern. Beachtet hierbei aber dennoch einige Regeln zum respektvollen Umgang miteinander, dann macht es allen noch mehr Spaß!

  • Zeltet nur in ausgewiesenen Flächen oder dafür reservierten Hallenteile
  • Feiert in der Halle, Raum/ Abschnitt, der dafür bestimmt ist und lasst Schlafende in ihrem Bereich schlafen
  • Benutzt die vorhandenen WCs
  • Passt aufeinander auf – gerade auf Inselturnieren übernachten gerne mal einige „aus versehen“in den Dünen
  • Sollten Volleyball-Anlagen über Nacht „entspannt“ worden sein, helft am nächsten Morgen beim Herrichten mit – dann geht es schneller weiter
  • Gentlemens Agreement bei Mixed-Turniere
  • Eine schöne Variante im Beach Volleyball sind Mixed-Turniere: Je ein Mann und eine Frau spielen auf dem üblichen Feld und auf einer Netzhöhe von 2,35 m. Das ist in der Regel immer ein großer Spaß für alle – hier einige Dinge, die ihr speziell als gentlemen beachten solltet:
  • Männer schlagen in aller Regel auf Männer – und Frauen auf Frauen auf. So ist gewährleistet, dass beide SpielerInnen gleiche Anteile haben.
  • Spielt als Mann nicht allzu viele zweite Bälle: Vertraut Euren Partnerinnen und helft ihnen. So bleibt der Spaß bei Euch – und den Gegnern erhalten. Für sehr spielstarke Frauen gilt natürlich auch das Gegenteil 😉
  • Je nach Spielstärke: Lasst als Mann die Frau tendenziell blockfrei
  • Dies sind „ungeschriebene“ Gesetze, wenn ihr Euch dran haltet, werdet ihr sicher schöne Stunden im Sand haben!
  • Tipp für Paare: Lasst den Alltag weg vom Feld, konzentriert Euch auf das Spiel und freut Euch, miteinander spielen zu können. Streit ist häufig unnötig. Sollte es doch einmal „krachen“, sprecht nach dem Spiel in Ruhe miteinander – und dann geht es weiter!
Kreative Mannschaftsnamen für das nächste Funturnier

Respekt vor Ausrichtern & Helfern von Beach-Turnieren

Die allermeisten Turniere werden von Vereinen oder sonstigen nicht-kommerziellen Anbietern ausgerichtet. Alle Organisatoren und Helfer machen das ganze also ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. Bedenkt das also, wenn ihr Grund für Kritik habt. Ohne den fleißigen Einsatz dieser vielen Helfer könnten keine Turniere stattfinden und ihr hättet ne ganze Menge weniger Spaß im Sommer.

Bei einigen Turnieren herrscht eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre, so werden zum Beispiel Getränke oder Fleisch vom Grill erst später abgerechnet: Denkt dran, Eure Rechnung fair zu begleichen, sonst zahlen Einzelne und/ oder Vereine drauf. Häufig sollen Turniere ja klammen Vereinen und Abteilungen beim Stemmen des Spielbetriebs helfen: Helft mit!

Selbstverständlich – und dennoch nicht selbstverständlich!

  • Nehmt alles an Müll, Flaschen, Shirts Sonnenbrillen… von den Anlagen und Feldern nach Euren Spielen oder dem Turnierende mit. Andere können dann auch wieder unter perfekten Bedingungen entspannt spielen
  • Seid zu Turnierbeginn und allen Spielen pünktlich an den Feldern
  • Haltet Einspielzeiten auf den Feldern kurz – sonst wird’s für alle spät! Erwärmt Euch neben den Feldern im Sand oder anderen Freiflächen und schlagt Euch nur noch kurz ein.
  • Meldet unmittelbar nach Spielende Euer Ergebnis – nur so kann das Turnier zügig durchgespielt werden
  • Zieht nach Euren Spielen/ dem Turnier die Felder ab. Bessert bei Bedarf die Linienverankerung nach

und sonst noch?

Bei allen Arten von Turnieren unter freiem Himmel gelten natürlich folgende Grundsätze:

  • Esst regelmäßig kleine Portionen: Obst, Brote, Salate, eine Wurst vom Grill
  • Nutzt Spielpausen und Auszeiten um immer wieder einen Schluck zu trinken
  • Auch wenn Alkohol zu Sommer und guter Laune dazu gehört: Versucht ein gesundes Maß zu finden. Hinterher schmeckt das Bier eh besser als während des Turniers 😉
  • cremt Euch mit Sonnenschutz ein -auch wenn die Sonne nicht prall am Himmel steht reicht die Kraft dennoch aus Euch zu verbrennen
  • Seid für jedes Wetter ausgerüstet: Regenklamotten, wärmende Lagen (auch Decken), Wechselsachen für „Regenschlachten“. Funktionskleidung ist hier klar im Vorteil, da leichter, schnelltrocknend und robust, Regen- oder Sonnenschirme könnnen auch nicht schaden
  • Gibt es neue Spielregeln? Bringt Euch auf den neuesten Stand
  • Tragt geeignete Sonnenbrillen und/ oder Schirmmützen um Eure Augen zu schützen
  • Lasst Wertsachen nicht unbeobachtet. Auch wenn die Vorstellung nicht schön ist: Es kommen leider immer wieder Dinge auf Turnieren weg, ob nun durch Mitspieler oder auch externe, die auf die Anlage kommen: Haltet die Augen offen und sprecht „Fremde“ an. Nehmt keine Luxusartikel mit zu Turnieren!
  • Denkt dran, Eure Kaution nach dem Turnier/ Euren Ausscheiden und ggf. Pfeifen beim Ausrichter abzuholen und zu quittieren
  • Bleibt nach Möglichkeit bis zur Siegerehrung: Die Finalisten haben sich einen ensprechenden sportlichen Rahmen über den Tag hin verdient. Auch für mögliche Presseberichterstattungen sehen Zuschauer immer netter aus als leere Ränge.
  • Nehmt ihr Euren geliebten Beachvolleyball mit zu einem Turnier, schreibt vorher Euren Namen und Handynummer mit einem wasserfesten Stift drauf. Bälle können ja immer mal verloren gehen…

Beach Volleyball-Deluxe oder: Was die Zeit auf Beach- und Rasenvolleyball-Turnieren angenehmer macht: Must-Have- und Nice-to-have-Gadgets!

Das Bild zeigt einen faltbaren Beachstuhl im Sand.

Beachstuhl gehört zur Standartausrüstungs eines Beachvolleyballers!

Wer regelmäßig auf Turnieren seine Wochenenden verbringt, möchte vielleicht ein wenig Komfort genießen. Hier Tipps, die das (Beach-) Volleyballer Leben einfacher und schöner machen:

„Jetzt ist Sommer –egal ob Du schwitzt oder frierst – Sommer ist was in Deinem Kopf passiert!“

Der VolleyballFREAK wünscht Euch tolle, spannende Turniere, bleibt verletzungsfrei und vor allem: Habt Spaß!

Möchtet auch Ihr mir von kuriosen Aktionen, besonders schönen Turnieren berichten – oder habt weitere Tipps, schreibt mir eine Mail an info@volleyballfreak.de oder hinterlasst einen Kommentar! Schaut auch mal in meine Länderübersicht https://www.volleyballfreak.de/volleyball-deutschland nach Turnieren und Beach Volleyball-Locations in Euer Region.

Fehlt Euer Geheim-Tipp in Deiner Stadt oder Region?: Dann mailt mir!

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