Der zweite Samstag im September steht weltumspannend im Zeichen des schnellen und entschlossenen Handelns: Es ist Internationaler Tag der Ersten Hilfe. Im Volleyball – egal ob in der Halle auf hartem Parkett oder im nachgiebigen Sand – gehören Dynamik, schnelle Richtungswechsel und spektakuläre Rettungsaktionen zum Alltag. Doch wo viel geschlagen, gesprungen und geblockt wird, passieren auch Unfälle.

Vergangenes Jahr haben wir uns im Blog ausführlich mit der Erstversorgung nach dem bewährten Schema beschäftigt: (SIEHE AUCH DIESEN BEITRAG: Autsch – und jetzt? PECH gehabt, aber richtig!). Doch die beste Theorie nützt wenig, wenn am Spielfeldrand das richtige Material fehlt. Wenn der Finger beim Block umknickt, das Sprunggelenk beim Landen auf dem Fuß der Gegnerin nachgibt oder das Knie bei der Feldabwehr über den Hallenboden schrammt, zählt jede Sekunde.

Damit du, deine Mitspieler:innen und eure Trainer:innen im Ernstfall sofort handlungsfähig seid, haben wir die Top 10 Hilfsmittel für den Volleyball-Erste-Hilfe-Koffer zusammengestellt.

Die Top 10 Must-Haves in der Volleyballtasche

1. Klasisches Sporttape

Der unangefochtene Klassiker im Volleyball. Ob zur sofortigen Fixierung nach einer Verletzung am Finger, als Verband zur Unterstützung eines instabilen Gelenks oder zur Sicherung von Verbänden: Starres Sporttape gehört gleich mehrrollig in unterschiedlichen Breiten in jede Sporttasche.

  • Volleyballfreak-Tipp: Achte auf ein gut-klebendesTape, da gibt es echte Unterschiede.

2. Einweg-Sofort-Kältekompressen (Coolpacks)

Beim akuten Umknicken oder harten Balltreffern an der Hand ist Kühlung das A und O, um Schwellungen und Hämatome zu begrenzen. Da in vielen Sporthallen kein Eiswürfelbereiter oder Kühlschrank bereitsteht, sind selbstaktivierende Kältekompressen unersetzlich. Ein fester Druck auf den inneren Beutel löst eine endotherme chemische Reaktion aus – und binnen Sekunden hast du eiskalte Hilfe zur Hand.

3. Selbsthaftende, elastische Fixierbinde (Kohäsive Binde)

Nach dem Kühlpack kommt die Kompression (das „C“ in der PECH-Regel). Eine kohäsive Binde haftet auf sich selbst, aber nicht auf der Haut oder an Haaren. Sie lässt sich blitzschnell und ohne Sicherheitsnadeln um das Sprunggelenk oder Handgelenk wickeln, hält das Coolpack an Ort und Stelle und baut sanften Druck auf.

4. Wunddesinfektionsspray

Verbrannte Knie oder blutige Schürfwunden nach Hechtbaggern auf rauem Hallenboden sind typische Kollateralschäden. Bevor Pflaster oder Verbände angelegt werden, muss die Wunde gereinigt und desinfiziert werden. Ein alkoholfreies Wundspray brennt nicht auf der Haut und beugt Infektionen durch Hallenstaub oder Sand effektiv vor.

5. Wundschnellverbände & Spezialpflaster (Finger- & Blasenpflaster)

Standard-Pflasterstrips stoßen an Gelenken schnell an ihre Grenzen. In dein Set gehören flexibel dehnbare Pflaster sowie spezielle Fingerkuppen- und Fingergelenkpflaster. Ebenfalls Pflicht: Hydrokolloid-Blasenpflaster für lange Turniertage, an denen neue Sportschuhe oder harter Sand die Füße aufscheuern.

6. Sterile Wundkompressen & Netzverband

Wenn eine Wunde stärker blutet oder flächig abgedeckt werden muss, helfen sterile Kompressen. Kombiniert mit einem elastischen Netzverband lassen sie sich an Armen oder Beinen fixieren, ohne Druckstellen zu erzeugen oder beim Schwitzen sofort abzurutschen.

7. Eisspray / Kühlspray

Eisspray ersetzt keine lang anhaltende Kühlung per Kompresse, ist aber am Spielfeldrand der beste Helfer für den ersten Schreckmoment. Bei leichten Prellungen oder stumpfen Schlägen sorgt der Kältereiz für eine schnelle Betäubung des Oberflächenschmerzes.

8. Verbandsschere mit abgerundeter Spitze & Präzisionspinzette

Eine stumpfe Verbandsschere schützt verletzte Athlet:innen vor versehentlichen Schnittwunden, wenn Kleidung oder feste Tapes schnell aufgeschnitten werden müssen. Die Pinzette hilft, kleine Holzsplitter aus dem Hallenboden oder Steinchen und Sandkörner aus Schürfwunden zu entfernen.

9. Nitril-Einmalhandschuhe & Beatmungsmaske / Beatmungstuch

Der Eigenschutz aller Ersthelfer:innen geht immer vor! Ein paar Paare reißfeste Einmalhandschuhe (am besten aus allergiefreiem Nitril) schützen vor Blut und Körperflüssigkeiten. Ein kompaktes Beatmungstuch als Schlüsselanhänger sorgt im Ernstfall bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung für die nötige Hygiene und Hemmungssenkung.

10. Notfallkarte mit Telefonnummern & Hallenadresse

Im Schockmoment oder bei Hektik in der Halle stehen Trainer:innen und Mitspieler:innen unter Strom. Eine laminierte Notfallkarte im Koffer spart wertvolle Minuten: Darauf sollten die Notrufnummer 112, die genaue Adresse der Halle (inklusive Zugangswege für den Rettungsdienst) sowie Notfallkontakte der Spieler:innen (Eltern, Angehörige) vermerkt sein.

Der Jahres-Check: So bleibt euer Erste-Hilfe-Set einsatzbereit

Der Internationaler Tag der Ersten Hilfe ist der perfekte Anlass für ein kurzes Ritual zu Saisonbeginn:

  • MHD prüfen: Auch abgelaufenes Verbandsmaterial verliert sterile Eigenschaften. Pflaster kleben nach Jahren in der Tasche oft nicht mehr richtig.
  • Verbrauch auffüllen: Wer hat beim letzten Auswärtsspiel das letzte Tape genommen, ohne Bescheid zu sagen? Füllt verbrauchte Kühlpacks und Binden sofort nach.
  • Verantwortlichkeiten klären: In jeder Mannschaft sollte klar sein, wer die Erste-Hilfe-Tasche zu Heim- und Auswärtsspielen mitnimmt und regelmäßig kontrolliert.

Mit dieser Ausrüstung schockiert euch am Netz so schnell nichts mehr. Passt auf euch auf, bleibt verletzungsfrei und kommt gut durch die Saison!