Heute möchte ich ein paar Zeilen rund um das Thema Jugendspieler im Volleyball los werden. Dieses Thema zeigt in den letzten Jahren immer wieder die gleichen Muster und Probleme mit Jugendlichen im Volleyball und wahrscheinlich auch in anderen Sportarten. Ich werde das Ganze in 2 Artikel aufteilen. In diesem 1. Artikel möchte ich Euch meine Gedanken um die Jugendspieler aufzeigen und Empfehlungen zum Verhalten von Jugendspielern und Vorgehen um sich weiter zu verbessern. Im 2. Artikel wird es darum gehen wie die Trainer und Verantwortlichen Jugendliche in das Training und die Abteilung optimal integrieren.

Warum Jugendarbeit?

Jugendarbeit ist für die Vereine extrem wichtig. Die frühzeitige Bindung der Jugendlichen an einen Verein und die Begeisterung für die Sportart Volleyball hat enorme Vorteile. Es werden langfristige Mitglieder aufgebaut, welche dem Verein in der Regel lange treu bleiben, wenn die Rahmenbedinungen des Vereins bzw. der Abteilung stimmen. Darüber hinaus gibt es in den Volleyballverbänden Vorgaben, welche eine bestimmte Anzahl an Jugendmannschaften im Verhältnis zu den im Meisterschaftsbetrieb befindlichen Erwachsenen-Mannschaft vorschreiben.

Worauf Jugendspieler achten sollten? – Rechte und Pflichten

Liebe Nachwuchsvolleyballer,

erstmal Gratulation, dass IHR Euch für diese tolle Sportart entschieden habt. Als Mannschaftssportler werdet Ihr viele tolle Erlebnisse und Freundschaften in eurer Volleyballlaufbahn aufbauen, die Euch ein Leben lang begleiten. Wenn Ihr Euch in einem Verein anmeldet, habt Ihr neben den Rechten aber auch gleichzeitig Pflichten. Dazu zählt nicht nur die pünktliche Zahlung des Vereinsbeitrags. Mit Aufnahme erhaltet Ihr das Recht in einer eurem Leistungslevel und/oder Alter entsprechenden Übungsgruppen mit zu trainieren. Damit einher geht aber auch die Pflicht regelmäßig beim Training zu erscheinen, da die Trainer mit Euch planen. Selbstverständlich kommen immer mal wieder Dinge im Leben dazwischen, welche die Teilnahme am Training unmöglich machen. Z.B. das Lernen für eine Klausur, der gebuchte Urlaub mit den Eltern usw.. Das sind alles wichtige Gründe, aber mit gutem Zeitmanagement kann man diese auf ein Minimum reduzieren. Hier trifft das Sprichwort ganz gut zu: „Wo ein Wille ist, dort ist auch ein Weg“.

Ich persönlich war ein meiner Zeit als Jugendspieler und als Student im dualen Studium für jede Abwechselung durch Volleyball aus dem tristen Alltag dankbar. Wenn Ihr genauso denkt, seid Ihr auf einem guten Weg! 😉 Wenn nicht, denkt mal drüber nach.

Solltet Ihr mal nicht zum Training können, solltet Ihr unbedingt bei euren Trainer absagen. Er macht sich nämlich für das bevorstehende Training immer einen Kopf, welche Übungen er mit dir und den anderen Jugendspielern durchführen kann, um Euch weiter zu verbessern.

Im Bezug auf das Training gibt es noch weitere Punkte die wichtig sind. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Das bedeutet, dass Ihr nicht erst zu Beginn der Trainingszeit an der Halle auftauchen sollt, sondern zum Beginn umgezogen in der Halle seid! Ausreden wie „mein Roller ist nicht angesprungen“ oder „mein Fahrrad hatte einen Platten“ funktionieren vielleicht einmal. Wenn Ihr aber notorische Zuspätkommer seid, wird sich ein guter Trainer dies nicht lange gefallen lassen. Sanktionen wie die Hälfte des Trainings ums Spielfeld laufen oder im Extremfall der Ausschluss aus der Trainingsgruppe können dann schon mal vorkommen. Wenn Ihr es nicht mal beim Volleyball Zuverlässigkeit zeigen könnt, wie soll das denn später in eurem Arbeitsleben werden?!

Verhalten der Jugendspieler während des Trainings

Gehört Ihr schon zu den Jugendspielern mit mehr Diziplin und seid pünktlich und umgezogen in der Halle, dann geht es dort weiter. Hier kommen 2 weitere Eigenschaften zum Tragen: Hilfbereitschaft und Teamfähigkeit. In der Halle muss im Normalfall das Netz aufgebaut werden und weitere für das Training benötigte Geräte, wie Volleybälle, Ballwagen etc. aus dem Geräteraum geholt werden. Während des Trainings solltet Ihr Euch natürlich voll reinhängen und mit viel Motivation und Konzentration in die Übungen gehen. Nur wenn Ihr im Training an eure Grenzen geht, könnt Ihr Euch auch verbessern.

Während einer Erklärung der nächsten Übung durch den Trainer solltet Ihr aufmerksam zu hören, statt mit Bällen zu prellen oder Euch gegenseitig zu unterhalten oder gar zu ärgern. Es kann nämlich ganz schön nerven eine Übung 2-3 mal zu erklären. Im schlimmsten Fall habt Ihr die Übung nicht verstanden und es dauert bis diese richtig läuft, was für die Mannschaftskameraden sehr frustrierend sein kann. Unterstützt ggf. eure Teamkameraden, wenn sie Fehler machen und zeigt/sagt ihnen wie es besser geht. Wenn das Training beendet ist, läuft die ganze Sache vom Anfang wieder rückwärts. Geräte und Netzanlage müssen wieder abgebaut werden, die Bälle müssen in die Balltaschen. Auch hier muss sich jeder einzelne Spieler einbringen und nicht direkt nach dem Training fluchtartig die Halle verlassen. Dazu kommt noch Sauberkeit. Jeder muss seine leeren Flaschen und weiteren Müll wieder aus der Halle mitnehmen und nicht einfach zurück lassen. Das gilt übrigens auch für die Spiele!

Jugendspieler weiter verbessern

Ein Spitzenvolleyballer benötigt aus meiner Sicht 2 Dinge um erfolgreich zu werden. Talent und Diziplin! Aber selbst Menschen ohne Talent können es weit bringen. Mein langjähriger Freund und Mannschaftskamerad Sven wurde seitdem ich Ihn kenne Talentfreiheit bescheinigt. Aber er hatte den Willen und Diziplin und blieb am Ball. Heute spielt er mit mir Verbandsliga und ist eine feste Kraft in der Mannschaft. Er kann es sicher noch in die Oberliga schaffen!

Das streben nach Mehr ist total menschlich und nach vollziehbar. Leider neigen Jugendliche häufig sich selbst zu überschätzen und möchten am liebsten schon morgen Bundesliga spielen. 😉 Hier heißt es aber immer einen Fuß vor dem anderen setzen und immer schön auf dem Boden bleiben.

Wenn Ihr Euch also weiter verbessern wollt, sprecht mit eurem Trainer. In welchen Bereichen, wie z.B. Aufschlag, Annahme, Angriff, Block, Abwehr oder Stellspiel Ihr an Euch arbeiten müsst und wie dies geschehen. Ggf. geht dies über zusätzliche Trainingseinheiten oder Ihr trefft Euch im Sommer auf den Beachplätzen in eurer Umgebung zum privaten Training und Spielen. Aber vernachlässigt nicht die Schule!

Bei meinen aktuellen Verein TVA Fischenich werden Jugendliche beispielsweise frühzeitig in das Training der Erwachsenen integriert. Dabei werden 1 – 2 Jugendspieler mit Potential unter Abstimmung der Trainer in das Training eingebaut. Meistens dauert es nicht lange und sie bekommen Ihre ersten Pflichtspieleinsätze bei den Erwachsenen. Nur wenn Ihr mit besseren Volleyballern trainiert und spielt werdet Ihr schnell besser!

Eine weitere wichtige Eigenschaft um sich zu verbessern ist die Kritikfähigkeit und das Einlassen auf Diskussionen. Eure Trainer spielen schon etwas länger als Ihr Volleyball. Ihre Erfahrungen geben Sie gerne an Euch weiter. Ihr müsst es aber auch annehmen. Wenn Ihr etwas aber anders seht, versucht es Euch genau zu erklären lassen und diskutiert es ggf. Aus. Wenn Ihr wirklich Recht habt, könnt Ihr euren Trainer sicher überzeugen.

Lernt aus Niederlagen! Volleyballspiele gewinnen macht natürlich deutlich mehr Spaß, aber aus Niederlagen kann man viel mehr mitnehmen und lernen. Setzt Euch im Team mit euren Trainer zusammen und analysiert ruhig, wo die Hauptursachen für die Niederlage liegen. Daran gilt es dann in den folgenden Trainingseinheiten zu arbeiten und die Fehler zu minimieren. Gelingt Euch dies, werdet Ihr schnell auch wieder Spiele gewinnen.

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Zusammenfassung

So ca. 1100 Wörter sollten reichen um Euch einen kleinen Verhaltenskodex und einen Fahrplan für die erfolgreiche Entwicklung eurer Volleyballerfähigkeiten an die Hand zu geben. Besinnt Euch immer auf die bereits erwähnten Eigenschaften:

  • Diziplin

  • Zuverlässikeit

  • Kritikfähigkeit

  • Sauberkeit

  • Teamfähigkeit

Gepaart mit dem nötigen Talent und ein wenig Glück werdet Ihr Euren Weg in den deutschen und internationalen Spitzenvolleyball gehen. Viel Spaß bei den kommenden Trainings und Spielen. Ich hoffe Ihr nehmt Euch meine Worte zu Herzen.

Eurer Volleyballfreak