Anfang September haben wir die Webseite meines aktuellen Volleyballvereins TVA Fischenich nach 6 Jahren gerelauncht. Das wollte ich heute zum Anlass nehmen um davon zu berichten.

Meine Meinung nach sollte jeder Verein genau wie auch jede kleine Firma oder Handwerker eine Webseite haben. Sie sollte genau wie auch Firmenwebseiten Kontaktmöglichkeiten per Mail, Kontaktformular und je nach den Möglichkeiten des Vorstandes evtl. auch eine Telefonnummer bieten. Große Sportvereine haben in der Regel auch eine Geschäftsstelle. Dann sollte natürlich die Kontaktdaten und Öffnungszeiten dieser veröffentlicht werden. Selbstverständlich sollte ebenfalls das Sportangebot mit den möglichen Trainingszeiten aufgeführt sein. Auf guten Webseiten von Vereinen werden auch noch Spielberichte, Spieltermine und umfangreiche Infos über ein aktives Vereinsleben geführt. Letzteres ist natürlich ein großes Aushängeschild für einen Verein und kann potentielle neue Mitglieder eher bewegen sich für den Verein zu entscheiden.

Wie war es vor dem Relaunch?

Der alte Zustand der Webseite sah wie folgt aus. Wir hatten das Content-Management-System (CMS) Joomla im Einsatz. Beim letzten Relaunch der Webseite im Jahr 2008 war diese Software noch das Non-Plus-Ultra unter den freien größeren CMS-Programme wie u.a Drupal und Typo3. Dies zeigt auch eindrucksvoll die folgende Grafik über das Suchvolumen zu den Suchbegriffen der diversen CMS-Systemen bei Google Trends.

Die Grafik zeigt den Vergleich der Suchvolumen zu Drupal, Joomla, Typo3 und WordPress auf GoogleTrends.

Vergleich der Suchvolumen zu Drupal, Joomla, Typo3 und WordPress – Quelle: Google Trends

 

Das Design der alten Webseite war kein sogenanntes Repsonsive Design. D.h. es skalierte nicht sauber auf Smartphones und Tablets. 2008 war die Verbreitung solcher Geräte einfach nicht auf dem Stand und sie hatten nicht diese Bedeutung wie es heute 2014 ist. Diese wird in Zukunft sogar noch weiter zunehmen.

Die Umsetzung des Relaunch:
Für einen Relaunch der Webseite haben wir natürlich einige Anforderungen an die neue Webseite gestellt. Dazu gehören das einfache Einpflegen von News, Bilder und Terminen. Damit die Webseitenpflege auf viele Schultern verteilt werden kann. Aus diesem Grund haben wir uns für das CMS-System WordPress entschieden. Wie bereits oben anhand der Grafik gezeigt wurde, ist es im Jahr 2014 WordPress die Inhaltverwaltungssoftware schlecht hin. Sie überzeugt die Anwender gerade durch seine Einfachheit und riesen Vielfalt an meist kostenlosen zuladbaren Modulen, welche auch Plugins genannt werden. Hinzu kommt eine riesen Community und unzählige Foren, wo man sich als Anwender und Webmaster Hilfe suchen kann und diese auch bekommt.

Die neue Webseite sollte ein zeitgemäßes Design haben, das auch auf Tablets und Smartphones gut ausieht. Um diesen Anspruch gerecht zu werden, kann man unter mehreren tausend Templates (Designvorlagen) auf diversen Webseiten wählen. Ich kann euch hierzu die Seite www.themeforest.net empfehlen. Damit das Template auch auf Tablets und Smartphones sauber skaliert, muss einfach bei der Wahl auf den Zusatz “responsive” geachtet werden.

Der nächste große Punkt ist, dass wir keinen Baustellenzustand haben wollten. Es sollte also einen nahtlosen Übergang zwischen der alten Webseite und der Neuen geben! Dazu haben wir die neue Webseite unter einer sogenannten Subdomain wie z. B. neu.vereinsdomain.de entwickelt und nach der Fertigstellung auf www.vereinsdomain.de umgestellt. Dabei muss man aber aufpassen. WordPress nimmt als Stammpfad immer die alte Domain neu.vereinsdomain.de an. Hier muss man am besten auf die Datenbank und mit einem Replace-Befehl die Subdomain mit der Hauptdomain ersetzen. Der Befehl für die Tabelle könnte so aussehen:

UPDATE `wp_posts` SET post_content = REPLACE(post_content , „neu.vereinsdomain.de“, „www.vereinsdomain.de“);

Webseiten ohne Bilder gibt es nicht!

Gerade bei einen Relaunch stehen auch bereits bestehende Bilder der Webseite mit auf dem Prüfstand. Sie sollten ggf. durch aktuelle Fotos ersetzt werden.

Gerade bei Bildern muss man die gesetzlichen Bestimmung wie u.a. das Urheberrecht und “Recht am eigenen Bild” von Personen beachten. Hier müssen Webmaster und andere Vereinmitgliedern, welche Inhalte veröffentlichen, besonders sensibilisiert werden.

Um den Verein authentisch zum Webseitenbesucher zu transportieren, sind Bilder aus dem eigenen Bestand prädestiniert. Hier bieten sich Bilder von Trainern und Mannschaften und diversen Vereinsevents sehr gut an. Hier gibt es in der Regel auch keine Problem mit der Veröffentlichung von Fotos. Bei Kindern muss man besonders vorsichtig vorgehen. Hier empfehle ich immer von vornerein die Einverständniserklärung der Eltern einzuholen. Für gute Fotos finden sich normalerweise im eigenen Verein i.d.R. immer irgendjemand der professionelle oder semiprofessionell Bilder mit einer guten Spiegelreflexkamera macht und so den Vereinsfundus effektiv erweitern kann.

Wenn man aber mal nicht die passenden Fotos parat hat, gibt es im Internet einige Bilderdatenbanken, wo man Bilder herbekommt. In Nordrhein-Westfalen können Sportvereine, die dem Landessportbund angehören, kostenlos Zugriff auf LSB Bilderdatenbank bekommen und können diese unter Nennung der Quelle für Webseite oder auch Flyer verwenden. Kommerzielle und kostengünstige Alternativen sind die sogenannten Stocketphotoportale wie Fotolia oder Shutterstock.

Nach dem Relaunch ist vor der Pflege

Hat die Umstellung funktioniert und das Lob über die neue tolle Webseite kommt von allen Seiten, darf man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Nun gilt es die Webseite am Leben zu halten und ständig mit aktuellen Inhalten, wie Berichte und Termine usw. zu befüllen. Aber neben der reinen Contentpflege gibt es 2 Punkte die man noch beachten muss:

  1. Backup der Webseite
  2. Aktualisierung des CMS

Die Webseite auch eine Art des Kapitals eines Vereins. Genau wie das Geld muss auch auf die Webseite besonders geachtet werden. Deshalb empfehle ich regelmäßige Updates der Webseite. Je mehr Inhalte veröffentlicht regelmäßig werden ums so häufiger sollte ein Update gemacht werden. Einige Hoster bieten automische Backups an. Ich empfehle aber immer noch ein separtes Backup auf einen eigenen USB-Stick zu packen. Im Fall der Fälle zum Beispiel bei einen Serverausfall oder auch einen Hack des CMS kann dann einfach das Backup eingespielt werden.

Darüber hinaus muss der Webmaster regelmäßig verfügbare Aktualiserungen des CMS und seiner Plugins einspielen. Damit die Seite immer so sicher wie möglich gegen Angriffe von Hackern ist. Diese versuchen sonst fremden Inhalt auf der Webseite zu platzieren, um so zum Einen den Traffic der Webseite abzugreifen oder einfach Daten zu stellen. WordPress bietet hier sehr komfortable Updatefunktionen, welche den Webmaster über Aktualisierungen informiert und diese per Klick installieren. Dabei sollte am Besten vorher aber immer ein Update der Webseite erstellt werden um bei Probleme schnell wieder zum ursprünglichen Zustand der Hompe zurück zu kehren.

Was benötigt man allgemein für eine Webseite?
Um eine Hompage im Internet anzubieten, benötigt man immer eine Domain und Webspace. Die Domain ist der Name, welcher in der Adressleiste des Browser eingegeben wird um diese aufzurufen. Dabei nimmt man entweder direkt den Namen des Vereins (www.vereinsname.de) oder man wählt sog. generische Begriffe wie www.sportverein-stadtname.de bzw. www.volleyball-stadtname.de. Der Webspace ist der Speicherplatz auf einen Webserver. Hier wird die Webseite und Ihre Bilder, PDF-Dateien usw. gespeichert. Alles zusammen bekommt man bei einen Webhoster / Provider. Gute und günstig Webshoster sind z.B.

Was gibt es noch für Alternativen zu WordPress?

1und1 bewirbt den sogenannten Homepagebaukasten. Hierbei handelt es sich ein hauseigenes CMS-System um leicht Inhalte zu publizieren. Hier hat man sicher der Vorteil, dass ein Backup und das Aktualisieren des Systems entfällt. In der Individualisierung sind hier sicherlich einige Grenzen gesteckt, aber für eine Vereinswebseite kann die Software sicher auch ausreichen.

Wenn man allein verantwortlich für eine Webseite ist bieten sich Programme wie Webplus oder Microsofts Expression Web. Diese erzeugen fertigen HTML-Code, welcher sich dann auf der Webseite platzieren lässt. Die Webseiten werden dadurch sehr schnell und sind eigentlich nicht hackbar.

Wenn Ihr Unterstützung bei der Erstellung oder einen Relaunch eurer Vereinswebseite benötigt, könnt ihr mir gerne eine Nachricht zu kommen lassen. Als professioneller Webentwickler werde ich euch versuchen eure Fragen zu beantworten und euch zu helfen.

Danke euer
Volleyballfreak