In Volleyball-, Fußball-, Handball-, Basketball- und allen weiteren Mannschafts-Sportarten schwankt der Teambegriff bei einzelnen Spielern zwischen

„There is no I in Team“

und

„T-e-a-m: Toll – ein anderer macht’s!“*

Dass so Spannungen im Alltag vorprogrammiert sind, dürfte klar sein:

Dass nicht jeder jede Nase gleich mag, ebenso.

Dass es immer mal wieder zu Konflikten innerhalb des Teams kommt, ist auch klar.

Entscheidend über den Erfolg eines Teams ist aber, wie man damit umgeht – jeder für sich und auch als Team!

Aber was ist ein Team – und wie funktionieren gute, erfolgreiche Teams? Das, und wie ihr bei Problemen und Stress innerhalb des Teams am besten reagiert, könnt ihr in dieser Mini-Serie lesen. Viel Erfolg damit wünscht der VolleyballFREAK!

Was ist ein Team und wie funktioniert es?

Die (Sport-) Psychologie und Soziologie geht davon aus, dass ein Team…

  • an einer Aufgabe gemeinsam arbeitet um ein Ziel zu erreichen.

Hierbei sind alle Mitglieder grundsätzlich gleich – und im besten Fall emotional miteinander verbunden (die sog. Erlebnis-Dimension).

Zusätzlicher Team-Zusammenhalt entsteht aber auch durch die Leistung, die alle Mitglieder/ Spieler in der Lage sind zu leisten (Aufgaben-Dimension)

Die Wissenschaft hat aber auch herausgefunden, dass Teams mit klaren Zielen messbarer erfolgreich sind. Teams, die lediglich aufgrund sozialer Gründe existieren, weniger Erfolg haben. Teams, die Erfolg haben, aber wiederum positiver miteinander umgehen (wenig verwunderlich).

VolleyballFREAK-Zusammenfassung: Alle Spieler sind voneinander abhängig, um ihre Ziele zu erreichen.

Das heißt auch, dass Teams möglichst aus unterschiedlichen Charakteren bestehen sollten und müssen. Nur das macht erfolgreich, macht es aber auch unumgänglich, dass sich jeder ein Stück an den anderen anpassen muss. Damit dies gelingt, bedarf es Teamfähigkeit, Teamgeist, Teamspirit!

Ohne Teamgeist keine Leistung?!

Aber was passiert, wenn der Erfolg ausbleibt? Tipps hierfür könnt ihr weiter unten nachlesen…

Ein Team braucht Führung

Egal auf welchem Niveau ihr spielt, jeder hat wahrscheinlich schon einmal die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, wenn nur einer im Training sagt, was gemacht wird, denn:

Zu viele Köche verderben den Brei!

In aller Regel ist diese Person der Trainer. Um effektiv zu führen bedarf es allerdings auch einiger Grundsätze – diese helfen im Vorfeld Unruhe und Konflikte garn nicht erst entstehen zu lassen!

  • Was ist das Ziel von Trainer und Team? Warum trifft sich das Team zum Training? Was soll am Ende rauskommen? Wofür reiße ich mir den Axxxx auf?
  • Wie sollen diese Ziele erreicht werden? Pläne geben Struktur. Im modernen Trainingswesen haben Spieler durchaus Mitspracherecht. Eigene Ideen können mit mehr Energie und Bestimmtheit umgesetzt werden als von außen übergestülpt. Ideal ist, wenn die Ideen und Ziele von Team und Trainer möglichst deckungsgleich sind.
  • Ist der Trainer mit ganzem Herzen dabei – und steckt genau so viel in das Team wie er auch abfordert? Eine weitere Grundlage, die glaubhaft macht und das Letzte aus dem Team kitzeln kann. Ein Trainer geht also im Idealfall mit gutem Beispiel voran: Motivation ,Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Begeisterungsfähigkeit…
  • Trainer sollten mit know-how und Erfahrung überzeugen, dabei aber natürlich weiter offen für Innovationen und Tipps von außen sein.
  • Führt als Trainer mit Gefühl: Nicht jeder Spieler ist gleich. Da bedarf es eines großen Gespürs und Feingefühls. SOZIALE FÄHIGKEITEN werden als Trainer groß geschrieben.
  • Jedes Mitglied ist wichtig und erfüllt eine eigene Rolle im Teamgefüge. Auch (und gerade die stilleren Zeitgenossen) können sehr wichtig für die Balance eines Teams sein
  • Kommunikation (später mehr dazu)
  • Trotz aller Empathie tut dennoch in aller Regel ein gewisser Abstand zwischen Spieler und Trainer gut. Nur so kann er objektiv beurteilen und auch etwaige schwierige Situationen meistern. Steht ein Trainer einem Spieler nahe, können diese Entscheidungen noch schwerer getroffen werden. Und jeder Trainer wird mal schwere Entscheidungen treffen müssen – das gehört zum Anforderungsprofil! Des weiteren sollten Trainer aber auch sagen können: Mea culpa – da habe ich einen Fehler gemacht. Das macht authentischer, größer und natürlicher als schweigen. Spieler sind nicht perfekt – warum sollte dies ein Trainer oder sonst wer sein?
  • Trainer sollten in allen Situationen authentisch sein. Schauspielern bringt nicht weiter.
  • Bleibt Eurer Linie treu. Auch und gerade in schweren Zeiten gilt dies um so mehr. Bleibt bei allen Entscheidungen ihr selbst. Reflektieren des eigenen Ichs gehört natürlich dennoch dazu.

VolleyballFREAK-Zusammenfassung: Seid als Trainer Vorbild für das Team und lebt vor, was ihr selbst verlangt und erwartet.

Kommunikation als Allheilmittel?! Hauptsache offen und transparent

Wie weiter oben schon kurz angerissen, sollten Trainer (und natürlich auch alle anderen Team-Mitglieder) möglichst immer offen ausdrücken können, was ihnen wichtig ist. Dies, gepaart mit weiteren sozialen Komponenten ermöglicht, Konflikte und Brände im Vorfeld klein zu halten und zu löschen.

Bei Fragen oder Problemen sollte klar sein, dass Spieler und Trainer sich immer in Gesprächen unter vier Augen offen austauschen können, und sagen, was gesagt werden muss. Hierbei gelten für beide Seiten natürlich: In Ruhe aussprechen lassen und auf das Gegenüber eingehen.

VolleyballFREAK-TIPP: Spieler und Trainer sollten nicht unmittelbar nach Konflikten und noch emotional-aufgeladen in wichtige Gespräche gehen. Am besten das Gespräch ankündigen und seinem Gegenüber im Vorfeld Zeit geben, sich auf das Gesprächsthema einzustellen.

So eine offene und ehrliche Kommunikation (selbst wenn sie im ersten Moment weh tun mag) hilft dann auch schnell und effizient, Konflikte zu lösen und zwar bevor diese überhaupt groß werden können.

Erkennen Trainer Konflikte, ist es ist ihre klare Aufgabe (wie auch bei Führungskräften im Beruf), erkannte Konflikte sofort zu lösen versuchen.

Nur in einem möglichst konfliktfreien Team können Spieler auch an ihre Grenzen gehen. Das bedeutet nicht, dass immerzu Harmonie herrschen muss. Häufig kann ein Gewitter auch zur Klärung beitragen. Dass ein Trainer seine Spieler kennt und weiß, wie diese „ticken“, ist hierfür Voraussetzung.

VolleyballFREAK-TIPP: Vermeidet Eskalationen, sprecht lieber einmal zu viel als zu wenig. Sprecht Probleme frühzeitig an. Manchmal scheut man sich davor, wegen einer vermeintlichen Nichtigkeit „ein Fass aufzumachen“. Tauscht Euch gerne, bevor ihr das große Gespräch sucht, mit Teamkameraden, Außenstehenden (Freunden, Co-Trainer, Abteilungsleiter) oder auch dem Kapitän/ Mannschaftsrat aus. Dies gilt sowohl für Spieler als auch natürlich den Trainer.

Fortsetzung folgt…

Natürlich sind wir hier noch nicht am Ende des Artikels angelangt. Den 2. Teil dieser kleinen Miniartikelserie zum Thema „Stress, Ärger, Konflikte und Probleme: Spannungen im Team – und was man dagegen tun kann“ lest ihr hier:

https://www.volleyballfreak.de/stress-aerger-konflikte-und-probleme-spannungen-im-team-und-was-man-dagegen-tun-kann-teil-2.html


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