Aktuell ist wieder Herbstferienzeit. Hier in NRW sind es sogar 14 Tage. Aber ganz gleich, ob Herbstferien, Sommerferien, Osterferien, Weihnachtsferien oder Winterferien – bei den Mannschaften im Leistungsspielbetrieb lösen Gedanken an diese Zeit nicht selten ein mulmiges Gefühl aus. Fragen wie „Ist die Halle in den Ferien eigentlich offen?“ oder „Bekommen wir die Sporthalle für die Ferienzeit überhaupt genehmigt?“ sind an der Tagesordnung. Doch was ist, wenn die Halle zum Beispiel wegen einer Grundreinigung oder Sanierung geschlossen bleibt? Derzeit werden auch immer mehr Turnhallen aufgrund der Flüchlingsproblematik anderweitig belegt, dazu werde ich meine Gedanken in den nächsten Wochen in einem separaten Artikel mit euch teilen und diskutieren. Aber egal, welche der Gründe für die Sperrung gesorgt haben mag, es muss ein Plan B her! In diesem Artikel stelle ich euch 9 mögliche Alternativen vor.

Temporäre Schlüsselverwaltung anbieten

Meist wird in den drei Felderhallen ein Hausmeister eingesetzt, der die Hallenöffung und Hallenschließung übernimmt. Die Ferien sind in der Regel die einzige Zeit, in der die Hausmeister Urlaub machen können. Daher sagen die Städte dann einfach, dass die Halle geschlossen bleibt. Probiert deshalb einfach mal die Argumentation, dass ihr als Leistungsmannschaft im Punktspielbetrieb unbedingt trainieren müsst! Denn gerade Schließungen in den Herbst-, Weihnachts- und Winterferien sind besonders kritisch, da diese mitten in der Saison liegen. Daher bietet doch der Stadt bzw. dem Sportamt an, die Schlüsselgewalt für diese Zeit zu übernehmen. Natürlich müsst ihr auch bereit sein, die Verwantwortung für die Halle in jenem Zeitraum zu übernehmen. Sollte sich die Stadt quer stellen, geht wäre die nächste Möglichkeit eventuell eine Alternative.

Andere Halle buchen

Die zweite Alternative liegt wohl recht nahe. Wenn eure Trainingshalle gesperrt ist, beantragt ihr einfach eine andere Halle, sofern vorhanden, in eurer Stadt. Hier solltet ihr euch aber von der regulären Trainingszeit lösen, da meistens auch andere Vereine in den Ferien trainieren. So bleibt ihr flexibel und die Chance auf eine freie Hallenzeit in den Ferien steigt!

Sollte es in eurer Heimatstadt nicht klappen, kann man es durchauseinmal in den Nachbarstädten probieren. Ich selber habe jedoch bisher keine positiven Erfahrungen machen können. In den meisten Fällen wurde ich mit dem Hinweis abgewiesen, dass der Verein im städtischen Sportverband Mitglied sein muss. Hat es bei einem von euch schon mal geklappt? Wenn ja, dann hinterlasst doch bitte euer erfolgreiches Vorgehen unten bei den Kommentaren.

Manchmal kann man auch über befreundete Vereine an temporär freie Hallenzeiten kommen. Hier hilft in der Regel aber nur Vitamin B.

Trainingsspiel

Ein weiteres beliebtes Mittel, um eine Hallensperrung zu überbrücken, ist immer wieder ein Freundschaftsspiel. Meist haben andere Mannschaften urlaubsbedingt auch eine dünne Personaldecke in den Ferien und sind daher einem Freundschaftsspiel nicht abgeneigt. Bei dieser Alternative sollte man aber aus eigener Erfahrung drei bis vier Wochen vorher verschiedene Anfragen starten. Meist vergehen bei der Kommunikation einige Tage, sodass kurzfristig nicht viel zu erreichen ist. Der Vorteil bei dieser Alternative liegt klar auf der Hand: Die Spiele finden nahezu unter Wettkampfbedingungen statt. Zudem kann man so gegen höherklassige Mannschaften das Team testen. Aus meiner Sicht sollten es aber schon zehn Spieler (davon ein Libero) beim Testspiel anwesend sein, damit es auch für alle einen gewissen Effekt gibt.

VolleyballFREAK-Tipp: Wählt die Leistungsspanne zwischen den Trainingsspielmannschaften nicht zu groß, da sonst der Effekt verpufft. In der Regel sind dann beiden Mannschaften gefrustet, weil die eine nicht mehr kann – und die andere nicht mehr Leistung zeigen muss.

Training im Sand

Vor allem in der wärmeren Jahreszeit bietet sich das Training auf dem Beachvolleyballfeld an. Es ist zwar nicht haargenau mit dem Training in der Turnhalle vergleichbar, aber irgendwie sind die Bewegungsabläufe teilweise schon ähnlich. Zudem gibt es bei heißen Tagen nichts schöneres, als die Halle gegen Sand zutauschen.

Aber auch im Winter ist Training im Sand möglich. Es gibt über ganz Deutschland verteilt Beachvolleyballhallen. Leider ist der Nachteil hier, dass diese in der Regel sehr teuer sind (zwischen 30 bis 40€) und dadurch die Mannschaftkasse stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wichtig sollte zudem sein, dass sich beim Training in Sand nicht nur einfach zum Spielen getroffen wird, sondern auch echtes Training durchgezogen wird. Wenn Ihr hier noch Inspirationen bezüglich des Beachtrainings sucht, kann ich euch die Beachvolleytrainings-DVD von Max Hauser schwer ans Herz legen. Diese habe ich hier im Blog bereits besprochen.

Hier Beachtraining-DVD Artikel lesen

Training auf Rasen

Einige Volleyballer meiden das Spielen auf Rasen um jeden Preis. Ich selber spiele aber schon seit über 10 Jahren jedes Jahr mehrere Mixed-Turniere, wie die Bettingen Open, auf Rasen und habe mich dabei noch nie verletzt. Daher kann es jedem nur empfehlen.  Aus diesem Grund kann es auch als Alternative für die hallenfreie Zeit in den Ferien gesehen werden. Zumindestens in den Oster- und Sommerferien, weil in diesen Monaten die Temperaturen in der Regel akzeptabel sind.

Wo kann man eigentlich auf Rasen trainieren? Prädestiniert dafür sind Fussballplätze. Hier solltet ihr euch mit den örtlichen Fussballvereinen kurzschließen. Alternativ gehen auch Parks. Achtet dabei aber, dass in der näheren Umgebung keine Bäume stehen, sonst ist der Volleyball schneller in den Ästen als Ihr gucken könnt. Weiterhin solltet ihr schauen, dass keine Mauselöcher rund um eurer mobiles Feld ist. Wenn Volleyballer dort reintreten, kann dies schnell zum Umknicken führen. Zu guter Letzt benötigt ihr noch eine mobile Netzanlage. Funtec ist hier eine gute Marke. Sie haben für verschiedene Ansprüche unterschiedliche Modelle:

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Vorbereitungsturnier

Im Prinzip ist diese Alternative ähnlich zu einem Trainingsspiel – nur, dass man eben mehrere Spiele gegen Mannschaften aus unteren und höheren Ligen innerhalb von ein bis zwei Tagen hat. Bitte kümmert euch rechtzeitig um die Anmeldung bei derartigenTurnieren. In der Regel sind die Kapazitäten sehr begrenzt und schnell ausgebucht. Diese Alternative ist stets eine super Gelegenheit, um auch ein wenig Teambuilding zu betreiben. Bei Vorbereitungsturnieren über zwei Tage hinweg ist in der Regel auch eine Party mit Übernachtung in der Halle dabei oder möglich. Und wir Ihr alle sicher schon mal mitbekommen habt, sind Volleyballerpartys sowieso die besten.

VolleyballFREAK-Tipp: Klärt Mannschaftsintern vorher immer euer Turnierziel ab. Meist hat man nach solchen Partynächten ein oder zwei Ausfälle. Wenn ihr aber Turniersieger werden möchtet, ist dies natürlich sehr kontraproduktiv. 😉

Training mit einer mobilen Netzanlage auf Rasen

Gerade in den Sommermonaten, während den Sommerferien, habe ich schon von vielen Mannschaften gehört, dass sie mit einer mobilen Netzanlage auf Rasen ausgewichen sind. Der Vorteil hierbei ist, dass im Gegensatz zum Training im Sand dabei gleichzeitig die Hallentechnik trainiert wird – zum Beispiel ist der Stemmschritt identisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Ball nicht an die Decke kommen kann. Natürlich ist diese Alternative stark wetterabhängig, aber wie bereits oben angedeutet, muss man einfach flexibel sein.

Fitness- und Krafttraining

Egal ob im Fitnessstudio, als Freeletics-Programm oder als Heimübung: Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Stärkung und Leistungssteigerung der Muskulatur in allen Bereichen. Bevor ihr zum unmotivierten Couchpotato verkommt, rafft euch lieber konsequent auf und tut etwas für euren Körper! Ihr werdet es sicher direkt in der Halle merken. Ihr könnt z.B. als Mannschaft einen Deal mit einem lokalen Fitnessstudio aushandeln, etwa drei bis vier Einheiten mit Trainer – oder lediglich die Benutzung der Geräte. Im Gegenzug könnte das Fitnessstudio als Unterstützer auf der Webseite aufgeführt werden und einen netten Artikel mit einer entsprechenden Erwähnung über die Saisonvorbereitung für die Fans veröffentlichen.

Weitere Tipps für mehr Fitness habe ich bereits in diesem Artikel „Fitter in die neue Saison“ beschrieben!

Jetzt Artikel "Fitter in die Saison" lesen

Andere Sportarten ausprobieren

Wie wäre es, mal andere Sportarten, beispielsweise Fussball, Handball oder Basketball auszuprobieren? Vielleicht kann man auch eine Art Kooperation mit anderen spezialisierten Sportvereinen daraus generieren. Neben dem reinen Trainingseffekt durch solche Einheiten entwickeln sich oft neue Freundschaften. Ich habe es schon häufiger erlebt, dass diese Mannschaften sich dann bei Spielen gegenseitig supporten. In meinem alten Volleyballverein, dem Kölledaer SV, waren das zum Beispiel immer die Darter vom DC Python-Power e.V..

Spielanalysen mit Hilfe von Videoaufnahmen

Manchmal kann eine ausführliche Analyse der eigenen Spiele sehr viele gute Hinweise über das eigene Stellungsspiel und Verhalten in bestimmten Spielsituationen hervorbringen. Es hilft den Spielern, eigene Fehler zu erkennen und trägt dazu bei, diese abzustellen. Wichtig jedoch ist, dass der Trainer sich vorher markante Spielsituation heraussucht und damit die Spielanalyse fokussiert wird.

Voraussetzung für Spielanalysen ist natürlich die Verfügbarkeit von Videoaufnahmen. Wenn Ihr nicht selbst eine Kamera innerhalb der Mannschaft auftreiben könnt, fragt ruhig mal im Verein herum. Zudem haben meistens auch eure Gegner eigene Cams aufgestellt. Wenn ihr nett fragt, stellen diese ihre Videoaufnahmen aicher gerne zur Verfügung.

Maßnahmen zum Teambuilding

Um den Teamgeist zu steigern, könnte man auch abseits des Spielfelds eine Aktivität in der normalen Trainingszeit starten. Wie wäre es mit einer Bierverkostung, einem Bowling- oder Kegelabend? Bei mir im Bekanntenkreis kommt auch immer ein Saunagang, gemeinsames Kochen oder Spieleabend sehr gut an! Die Möglichkeiten für Teambuildingmaßnahmen sind hier nahe zu unendlich. Wichtig dabei ist lediglich, dass es für alle finanziell stemmbar bleibt. Zumeist bestehen ja die Mannschaften aus Schülern und Studenten bis hin zu Vollverdienern. Da wäre es doch sehr schade, wenn der ein oder andere Teamplayer aufgrund der Kosten nicht teilnehmen könnte.

Das waren die 10 Alternativen im Falle einer Hallensperrung, welche ich für euch herausgesucht habe. Ich denke, dass für jeden etwas interessantes dabei ist. Wie überbrückt ihr denn eine Hallensperrung? Wenn ihr einen Geheimtipp habt, lasst hier im Blog unbedingt einen Kommentar da. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!