Wie ihr wisst, ist der VolleyballFREAK immer für Euch auf der Suche nach den neuesten
Trends rund um Volleyball. Bei der Recherche hierzu bin ich auf einen Beitrag auf wdr.de
gestoßen, in welchem der Fall des Fußball B-Kreisligisten TC Freisenbruch geschildert wird.

Was genau passiert beim TC Freisenbruch?

Bedingt durch eine finanzielle Zwangslage hat sich der Verein dazu entschieden, so gut wie
alle Entscheidungen rund um das Team an eine zahlende Community abzutreten. Für 5€ im
Monat kann jeder basisdemokratisch

  • die Aufstellung
  • den Eintrittspreis
  • Merchandising-Artikel
  • Kaderplanung
  • die Trainerfrage
  • viele weitere Entscheidungen

mitbestimmen. Das Ganze funktioniert über das Internet wie ein Fußball-Manager-Spiel –
nur im echten Leben -und das Projekt ist bis jetzt erfolgreich. In dieser Saison steht das Team
in der Tabelle vorne – hat den Aufstieg vor Augen.
Über 300 „Manager“ haben an diesem Erfolg Anteil. Nach jedem Training gibt der Trainer
den Spielern Bewertungen, die den Managern bei der Aufstellung helfen sollen. Aber auch
der Trainer muss sich den Bewertungen stellen: Sinkt die Zufriedenheit auf unter 15%, wird
der Trainer entlassen. Prominentestes Beispiel für diese Art der Vereinsführung war Fortuna
Köln.

Teenager stehen vor einem Volleyballnetz und schauen auf ihr Smartphone

Abstimmung über die Aufstellung des Lieblingsteam per Handy – Gute oder schlechte Idee?

Volleyball-Manager | Ist das Projekt auch auf Volleyballvereine übertragbar?

So einen Weg einzuschlagen ist sicher gewagt – aber kann durch die Intelligenz des
„Schwarms“ auch erfolgreich sein. Ob auch dauerhaft ist natürlich die Frage. Im Volleyball
habe ich von so einem Projekt noch nie gehört. Doch auch und sogar gerade die Kassen von
Volleyballvereinen sind chronisch leer, die Sponsorensuche gestaltet sich häufig schwierig,
so dass ich mir auch im Volleyball ein ähnliches Modell vorstellen könnte. Es bedarf auf
jeden Fall großer Innovationsfreude und Unterstützung durch Verein, Funktionäre, Spieler
und das gesamte Umfeld.
Entscheidend über den Erfolg ist aber auch, eine Mindestanzahl an Managern zu finden, die
bereit sind sowohl zu zahlen als auch aktiv an dem Projekt mitzuarbeiten. Dann müssen auch
die Spieler bereit sein, sich dem Urteil und den ständigen Bewertungen von außen zu stellen.
Im Volleyball kommen während des Spiels zudem weitere Möglichkeiten hinzu:

  • neben der Startaufstellungen sind Spielerwechsel möglich
  • in jedem Satz eine neue Startaufstellung
  • Einflussnahme durch Auszeiten
  • Taktische Anpassungen an den Gegner

In wie fern diese Entscheidungen an die Community weitergegeben- und technisch realisiert
werden können ist allerdings eine weitere Frage.

Ob die Manager dann auch allerdings wirklich nur anhand von erhobenen Daten (die
Erhebung ist auf unterem Spielniveau sicher nicht einfach) oder anhand von Sympathien
entscheiden, ist eine weitere Frage.
Spannend ist es auf jeden Fall.

Was ist Eure Meinung | Kennt ihr ähnliche Projekte?

Auf jeden Fall ist diese Art der Vereinsführung innovativ. Denkt ihr, dass

  • ein Team so erfolgreich geführt werden kann?
  • Trainer und andere Funktionäre den Machtverlust akzeptieren?
  • Spieler sich im Amateurbereich permanenten Bewertungen stellen?
  • sich überhaupt genügen Manager finden, die an so einem Projekt mitarbeiten?
  • diese Art überhaupt sinnvoll ist?
  • 5€ zu viel/ zu wenig sind?
  • langfristig zum Erfolg führen kann?

Fragen über Fragen!
Möglich wäre sich auch eine Umsetzungen „light“, bei der die Community zum Beispiel
Vorschläge machen kann, die Umsetzung aber weiter bei einem Funktionärsteam liegt.
Ich bin gespannt, was ihr dazu denkt.
Euer VolleyballFREAK Steffen

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