(Hürth/ Köln, SP, TG) Es ist gerade das Thema, welches in Volleyballer-Kreisen heiß diskutiert wird: Die verpflichtende Einführung einer „DVV-Card“. Allerdings ist es nach den ersten Berichten hierzu in den vergangenen Tagen erstaunlich ruhig geworden. Von Seiten des Deutschen Volleyball Verbandes (DVV) gab es keine weitere Stellungnahme mehr.

VolleyballFREAK skizziert Euch an dieser Stelle einmal, was wann bis jetzt klar ist – und was rund um die Einführung der DVV-Card noch völlig unklar ist: VolleyballFREAK hat es für Euch recherchiert.

Da jeder aktive Volleyballer mit Spielerpass ab der Saison 2018/19 verpflichtet sein wird, eine DVV-Card zu haben, geht das Thema uns alle an.

Lest hier alles zur Einführung der DVV-Card!

Einordnung des zeitlichen Ablaufs

24. Juni 2017: Der DVV veröffentlicht die Ergebnisse des Verbandstages:

  • Einführung einer DVV-Einzelmitgliedschaft für Volleyballer mit Spielerpass
  • Sammlung der Daten
  • Monetarisierung der Punkte 1 und 2
  • Einführung einer neuen, digitalen Plattform (volleypassion.de). Nach Erscheinen der ersten Ausgabe von VolleyPassion am 21. Juni ist jedoch noch keine weitere Ausgabe veröffentlich worden
  • Die sinkenden Mitgliedszahlen sollen von 430.000 auf eine Millionen Mitglieder bis 2021 gesteigert werden
  • Rückführung von Geld an die Landesverbände
  • Von einer DVV-Card ist explizit in der Mitteilung allerdings noch nicht die Rede.

Fünf Monate später…

20. November 2017, 14.09 Uhr schreibt ein User des VolleyballFREAKs per Facebook PN und fragt, ob VolleyballFREAK schon etwas von einer geplanten DVV Abgäbe wüsste

21. November 2017, 10.40 Uhr: Das Volleyball Magazin kündigt auf der facebook-Seite für die Dezember-Ausgabe des Magazins die Einführung einer „Volley Card“ an (SIEHE SCREENSHOT)

Screenshot vom Post des Volleyball Magazins (Quelle: Facebook)

23. November 2017, 11.59 Uhr: Das Volleyball Magazin verkündet, dass Landesverbände sich gegen die Einführung der DVV Volley Card wehren würden

27. November 2017: Der DVV verkündet nach der Sitzung des Hauptausschusses in Frankfurt die „Einführung einer verpflichtenden, kostenfreien DVV-Card für alle Spielerpassinhaber“. Anders als in der Pressemitteilung kolportiert, wurde auf dem Verbandstag im Juni zumindest nicht explizit in der PM vom 24. Juni von der Einführung einer DVV-Card gesprochen.

27. bis 29. November 2017: VolleyballFREAK versucht Pressesprecher Thilo von Hagen telefonisch zu erreichen um offene Fragen rund um die DVV-Card zu klären

29. November 2017, 10:58 Uhr: VolleyballFREAK schickt eine Mail an Thilo von Hagen mit einem 10-Punkte Fragenkatalog rund um die Einführung der DVV-Card

Lest den kompletten Fragenkatalog am Ende des Artikels!

29. November, 18:18 Uhr: Das Volleyball Magazin veröffentlicht, dass Pressesprecher Thilo von Hagen nach 20 Jahren gemeinsamer Arbeit „beurlaubt“ wurde.

30. November 2017, 07:41 Uhr: VolleyballFREAK schickt eine Mail an DVV-Generalsekretär Jörg Ziegler mit einem 11-Punkte Fragenkatalog rund um die Einführung der DVV-Card sowie zur Personalie von Hagens (gibt es einen Zusammenhang zwischen der Beurlaubung und der Kommunikation rund um die DVV-Card?)

30. November, 09:20 Uhr: Lars Gäbler (Social Media-Verantwortlicher des DVVs) meldet sich telefonisch bei VolleyballFREAK zurück. Wegen der Beurlaubung von Hagens übernimmt er in Teilen die Abarbeitung der Presseanfragen. Verabredet ist eine Rückmeldung mit Beantwortung des VolleyballFREAK-Fragenkatalogs seitens des DVVs bis Montag/ spätestens Dienstag abend (05.12.2017)

6. Dezember 17:46 Uhr: Lars Gäbler meldet sich schriftlich bei VolleyballFREAK. Leider bisher noch ohne Antworten. Diese sollen aber in Bearbeitung sein.

Leider hat VolleyballFREAK bis jetzt keine Antworten vom DVV geliefert bekommen.

Das ist sehr schade, brennt es doch allen Volleyballern unter den Nägeln mehr zu den Plänen des DVVs zu erfahren.

Klar scheint bis jetzt zu sein…

  • Dass die Einführung und Bekanntgabe der DVV-Card durch den DVV nicht gut vorbereitet und kommuniziert wurde
  • Dass finanzielle Interessen bei der Einführung eine Rolle spielen. Die Landesverbände sollen den DVV finanziell weiter stützen

Der klare Mehrwert einer DVV-Card für die Vereine und Spieler ist dagegen noch unklar. Hoffentlich bringen die Antworten auf unseren Fragenkatalog hier mehr Licht ins Dunkel.

Seit den ersten Berichten über die Einführung der DVV-Card reagieren viele Volleyballer auf Facebook auf die Pläne des DVVs:

Zur DVV-Card…

Martin Jänichen So ein Quatsch! Dann spielen bald keine Leute mehr Volleyball! Auch wenn es nur 12€ sind!

Katrin Schaar Gibt es dann für Jugenspieler oder Senioren eine Doppelbelastung? 2 Pässe = zweimal bezahlen?

Thomas Vetterling Wenn der DVV Geld einsammeln möchte, wäre es schön zu wissen, welche Leistungen davon erbracht werden sollen? Oder fliessen die Gelder nur so in den Haushalt?

Henning Pietrek Wundert sich eigentlich immer noch jemand warum seit vielen Jahren,derjenige der das Aufstiegsrecht zu 1.Bundesliga hat dieses nicht wahr nimmt? Anstatt mal zu überlegen wie man den Spielern,Vereinen,Verbänden mehr Geld zu kommen lassen kann,wird stattdessen diskutiert ob man nicht doch unter irgendwelchen Fadenscheinigen Gründen irgendwie noch mehr Geld von den Vereinen abknapst. Was soll das mit dieser Lizenz? Ich hab doch auch nicht ein Personalausweis für Deutschland und für einen in der Stadt wo ich wohne.

Michael Kirchner Wer keine Ideen mehr hat der bedient sich an den Mitgliedern. Armseelig.

Swen Retzi Retzlaff Wer sagt denn, dass die Beiträge in einem Jahr nicht erhöht werden (müssen)? 5 Mio sind ja keine Kleinigkeit. Und jeder logisch denkende Mensch weiß doch jetzt schon, dass mit einer Zwangsmitgliedschaft die Mitgliederzahlen nicht steigen werden?! Nicht zu vergessen, dass der DVV eh schon mehr Gelder von den LV’s bekommt. Und es reicht immer noch nicht?!

Fehelix B-rück Wenn der DVV möchte, dass der Volleyball-Sport künftig an Popularität verliert, dann Gratulation. Auf dem beste Wege dorthin.
So kann man einem den Spaß und die Leidenschaft am Sport nehmen. Sowas kann nur jemand beschließen, der nur das Geld im Blick und nie einen Ball in der Hand gehabt hat!!!

Marianne Windecker Der DVV hat nicht bedacht, dass es Fachverbände gibt die nach Spieltagen abrechnen. Diese Fachverbände bekommen immer die Mitglieder, die jeder Verein für Umme unterbringen möchte. Schade. Hoffentlich wird die DVV-Card sofort wieder abgeschafft und mehr Werbung für die Abrechnungssysteme der Fachverbände im Sport gemacht. BTW: Warum sind die Mixed-Mannschaften bei den Turnern gemeldet? Da werden Fördergelder verschenkt.

Zur Personalie Thilo von Hagen:

Tom Bloch Danke Thilo für Deine Arbeit und Deinen Einsatz, der stets weit über einen normalen ‘Job’ hinausging.

Werner Hofmann könnte man im Gegenzug nicht mal die DVV-Spitze umstrukturieren

Matthias Kaufhold Eloquent, engagiert, kompetent. Einer aus der Mitte dieses Sports. Seine schnellen Spielanalysen trafen stets den Punkt. Warum hat der Verband Thilo nicht mehr nötig? Ein großes, großes Rätsel.

Tom Hikel Wieder mal eine Personalentscheidung, die für Außenstehende unverständlich ist.
Alles gute für Thilo, ich bin mir sicher, dass er mit seinen Fähigkeiten was Gutes findet.

Hel Weiss Nicht nachvollziehbar. Muss es dem Verband schlecht gehen, wenn man sich von der Person trennt, die einem so oft orientierungslosem Verband noch den letzten Hauch einer Glaubwürdigkeit erhalten hat. Thilo wird man sicherlich schnell woanders wiedersehen. Da drücken ganz ganz viele Leute, die Thilo erobert hat die Daumen…
Frank Büter
 Ja Hammer… und überhaupt nicht nachvollziehbar! Thilo hat für die Volleyballberichterstattung über das Nationalteam immer alles Unmögliche möglich gemacht. Ich als Sportredakteur beim Weser Kurier in Bremen habe die Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt und bedauere diese Entwicklung sehr! Thilo: Alles Gute für Dich und Deine Familie! Beste und traurige Grüße!

Björn Leidheiser Grad auf den Kalender geschaut aber heute ist wirklich nicht der 1.April… Leute Leute jetzt macht doch den Verband nicht immer so runter… Sie haben Ihn doch sicher nur beurlaubt um Ihn dann am 01.01.2018 als Sportdirektor vorzustellen. Ist doch die Regeln: nicht nominieren und dann doch nominieren… aus dem Kader und wieder in den Kader… Passt doch irgendwie ins Bild… Der Einzige beim DVV mit dem auch mal kritisch diskutieren konnte… der immer Zeit hat und ein offenes Ohr hat… der von den Spieler (siehe Foto) sehr geschätzt wurde… wenn es nicht so traurig wär, fänd ich es lächerlich… man wird das Gefühl einfach nicht los, dass Sie die Sportart(en) nicht nach Vorne bringen, sondern an die Wand fahren möchten.

Fragenkatalog des VolleyballFREAKs an den DVV rund um die Einführung der DVV-Card

  1. Was denken Sie zu der Berichterstattung des Volleyball Magazins? Wie konnten Informationen im Vorfeld an das Volleyball Magazin „durchsickern“?
  2. Sind Sie zufrieden mit der Presse rund um die Einführung?
  3. Welche Vorteile sind für DVV-Card Inhaber konkret (kostenpflichtig/ kostenlos) geplant?
  4. Wofür konkret werden die Mehreinnahmen genutzt? Kommen Sie den Vereinen/ Spielern in irgendeiner Form direkt oder indirekt wieder zu Gute?
  5. Was macht der DVV mit den erhobenen Daten?
    1. Werden die Daten weitergegeben/ monetarisiert und wenn ja, in welcher Form (z.B. an comdirect)?
  6. Wer nimmt die Zahlungen für die DVV-Card vor? Die Vereine oder die einzelnen Inhaber des Spielerpasses?
  7. Gibt es Vergünstigungen für Jugendspieler/ Spieler mit Jugend- und Seniorenpass?
  8. Statt einer Steigerung der Mitgliederzahlen auf eine Millionen Mitglieder könnte die Entwicklung hierdurch nicht eher in die andere Richtung gehen?
  9. Werden Landesverbände überflüssig/ entmachtet? Welche Aufgaben sollen die Verbände haben?
  10. Werden garantiert Rückzahlungen aus Erlösen an die Landesverbände generiert werden?
  11. Hat die Personalie von Hagen mit der DVV Card zu tun?

Was als Karte für Volleyballer eingeführt werden soll, kann sich somit als Bumerang für diese entpuppen.

Recherchiert durch das VolleyballFREAK-Team Steffen Probst (SP) und Tobias Goerlich (TG).

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