Und wieder geht ein Sommer dem Ende entgegen.  Das nehme ich heute mal zum Anlass um über die zurückliegende Beachvolleyballturniere, wo ich jeweils als einer der Turnierorganisatoren  mit die Fäden ziehe.

Die Kölledaer Beachvolleyball Turniere

Das erste Turnier ist das in meiner Heimat in Kölleda bei Thüringen. Die Atmosphäre ist bei diesen Turnier(en) immer wieder besonders, da sich die 2 Beachfelder in einem Freibad befinden. Hier habe ich nicht nur meine ersten Erfahrungen im Sand gesammelt, sondern mache eben seit 2008 auch die Planung und Organisation der Spiele an den beiden Turniertagen. 2 Turniertage? Ihr habt richtig gelesen! An den 2 Tagen spielen wir auf den 2 Feldern insgesamt 3 Turniere. Am Samstag wird ein Damen- und Herrenturnier gespielt. Am Sonntag spielen wir dann noch ein 2 gegen 2 Mixed-Turnier. Genau diese Kombination ist für die ländliche Gegend sehr erfolgreich. Da viele meiner ehemaligen Mannschafts- und Vereinskameraden aufgrund Studium oder Beruf leider über die komplette Republik Deutschland und darüber hinaus verstreut sind, ist  jedes Jahr genau dieses WE ein toller Anlass 2 Tage lang uns zu sehen und gemeinsam Spaß zu haben. Damit aber alles im Vorfeld organisiert wird, braucht man immer auch eine “Gute Seele” im Verein bzw. vor Ort! Im Kölledaer SV 90 ist das auf jedenfall unser Holger!!! Sicher gibt es auch ein paar andere helfende Hände, die ich aber nicht alle aufzählen möchte, damit ich keinen vergesse. 😉

Trotzdem allen ein fettes Danke!

Das Bild zeigt die 2 Beachvolleyballfeldern im Streitseebad Kölleda während des Mixed-Turnier 2013.

Bild von den 2 Beachfeldern während den Kölledaern Beachturnieren 2013

Mut zu Veränderungen – das Schweizer System

Als ich 2006 die Orga an dem Turniertag übernahm, lief dieser so ab: Es wurden 4-5 geloste Vorrunden gespielt. Im Anschluss spielten wir dann immer die besten 8 oder 4 in einen Single-Out-Baum. Das war abhängig von der Anzahl der gestarteten Teams im jeweiligen Turnier. Waren es z.B. nur 10 Mannschaften haben wir 5 Vorrunden und danach Halbfinale gespielt. Bei einen Starterfeld von mehr als 10 Mannschaften schaffen wir in der Regel nur 4 Vorrunden und im Anschluss den 8er Single-Out-Baum. Damit ich das Turnier zeitlich skalieren kann, geht ein Spiel immer über einen 21er bzw. 15er-Satz. Auch hier ist wieder Anzahl der Teams entscheidend.

Ich habe mir das System 2 Jahre lang angeschaut und eine eklatante Schwäche festgestellt, mit der ich nicht weiterleben mochte. Durch die 4 gelosten Runden konnte es passieren, dass ein schwaches Team mit etwas Losglück ins Viertelfinale rücken und dann dort leistungstechnisch komplett unter ging! Genauso konnte ein schwaches Teams 4 total überlegene Gegner in der Vorrunde bekommen und ging am Ende des Tages frustriert nach hause. Diese Fälle kann man jetzt noch beliebig weiterspinnen. Ich suchte also nach Lösungen. Poolplay vielleicht? Da man nicht immer die Teams kennt, macht dies eigentlich keinen Sinn, weil auch hier wieder das Losglück entscheidet. Letztlich fand ich das Schweizer System, welches u.a. im Schach zur Anwendung kommt.

Sofern keine Setzliste vorhanden ist, wird die 1. Runde gelost. Wenn alle Paarungen der 1. Runde gespielt haben, wird mit diesen Ergebnissen eine Tabelle gebildet. Z.B. so

PlatzTeamSiegePunkte
1Team 21+10
2Team 61+ 7
3Team 51+2
4Team 10-2
5Team 40-7
6Team 30-10

Das Schweitzer System funktioniert so, das nach Möglichkeit immer die direkten Tabellennachbarn gegeneinander spielen. Es schließt aber doppelte Paarung im Turnierverlauf aus. Nach der Tabelle würden somit jetzt Team 2 gegen Team 6 spielen. Team 5 eigentlich gegen Team 1. Da die beiden aber schon gegeneinander gespielt haben, wird die nächst beste Mannschaft genommen. In diesem Fall ist dies Team 4. Somit bleibt zum Schluss nur noch Team 1 gegen Team 3. Der Vorteil in diesem System liegt darin, dass man spätestens ab Runde 3 ungefähr gleichstarke Paarungen zustande kommen und die oben aufgeführten Nachteile einer komplett gelosten Vorrunde aufgehoben werden.

Bei der Einführung war die Skepsis der Volleyballer zuerst groß. Inzwischen gibt es aber durchweg nur noch positive Stimmen unter den Turnierteilnehmern. Genau diese Tatsache hat mich bewogen auch für die Beachvolleyballturniere bei meinem neuen Verein TVA Fischenich in Hürth das System einzuführen. Hier rutschte ich 2011 in die Turnierorga neben Alex. Er ist die gute manchmal auch “kritische” Seele der Volleyballabteilung des TVA. Er hat einen nicht unerheblichen Anteil an der guten Entwicklung der Abteilung hat.

Die Beachvolleyballturniere des TVA Fischenich

Die Gegebenheiten bei den TVA-Turnieren sind etwas anders. Es stehen insgesamt 6 Beachfelder zur Verfügung. Die Prämisse ist auch hier immer möglichst viel zu spielen. Alex hat die Teilnehmer früher bereits einen Tag vorher in 4er Gruppen eingeteilt, weil er die Teams in der Regel gut kannte. Dabei bestand aber die Problematik, dass man auf kurzfristige Absagen am Turniertag selbst nicht, so einfach ausgleichen konnte. Außerdem musste man sich immer anhören, dass man die Gruppen extra so gesetzt. Diese Arbeit habe ich mir und Alex seit 2012 gespart, denn da haben konnte ich Ihn vom Schweizer System überzeugt.

Aufgrund der höheren Anzahl der Felder, wende ich das System etwas abgewandelt an. Da man normalerweise das Schweizer System bereits nach der 1. Runde ansetzt, muss man jedes mal warten, bis alle Paarungen durch sind. Damit aber bei 6 Feldern kein Leerlauf entsteht, losen wir jetzt die ersten beiden Runden. Das Schweizer System wird dann immer um eine Runde versetzt. D.h. die Paarungen der  3. Runde werden auf den Ergebnissen der 1. Runde angesetzt. Die 4. Runde wird dann auf den Ergebnissen der 1. und 2. Runde. angesetzt usw. Nach insgesamt 5 Runden ist dann aber auch schon wieder Schluss. Die oberen Teams spielen im Anschluss in einem Single-Out-Baum weiter, wobei im Gegensatz zum Kölledaer Turnier hier alle Plätze ausgespielt werden. Die Teams im unteren Bereich teilen wir in 4er Gruppen bzw. 3er Gruppen ein, damit jeder nochmal 2 Spiele hat. Jetzt werden sich einige von euch fragen, warum man das das Schweizer System nicht einfach noch 2-3 Runden weiterspielt und danach einfach aufhört? Dann hätte man kein richtiges Finale, welches eigentlich ein Turnier immer ausmacht.

In 2014 konnten wir bei den TVA-Turnieren einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen konnten. An den 2 Turniertagen begrüßten wir  insgesamt 79 Teams in den Damen, Herren und Mixed-Turnier! Irgendetwas scheinen wir also richtig zu machen. 😀

So jetzt habe ich fast 1000 Wörter zu den Turnieren und mein favorisiertes Schweizer System geschrieben. Jetzt seid Ihr dran! Wie gestaltet Ihr eure Turniere? Gibt es da draußen vielleicht noch ein Turniermodus der evtl. besser geeignet ist? Lasst mir einfach einen Kommentar da!