Jeder deutsche Beachvolleyballer hat sicher schonmal vom Beachline Festival gehört oder war sogar schon mal selber vorort. Als VolleyballFREAK habe ich dieses Megaevent bereits einige Jahre auf dem Schirm. 2017 hat es endlich mit einem Besuch geklappt. Durch eine Kooperation mit dem Beachline Festival musste ich nur für Anreise und Unterkunft aufkommen.  Meine Erfahrungen aus Riccione möchte ich in diesem Artikel mit dir teilen. Wenn du also noch nie vom Beachline Festival gehört hast oder noch nicht selber da warst, solltest du unbedingt weiterlesen. Der Rest darf natürlich auch weiterlesen und am Ende auch gerne Ihre Erfahrungen als Kommentar mit den anderen VolleyballFREAK-Lesern teilen.

Das Beachline Festival der Rekorde

Kein Ende der Beachfelder in Sicht!

Beachline Festival hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem echten Megaevent entwickelt. Pünktlich zum 20. Geburtstag des Camps vermeldeten die Veranstalter Rekordzahlen von über 1800 Beachvolleyballern, die nach Riccione (Italien) pilgern um auf 228 Felder zu trainieren, zu spielen und sich in Turnieren zu messen. Die Teilnehmer wurden von ca. 100 Beachvolleyballtrainer gecoacht. Hinzu kommt noch weiteres Personal für u.a. die Orga.

Die Anreise zum Beachline Festival

Bei der Anreise hat man die Qual der Wahl:

  • Selber mit dem Auto fahren

  • den Zug nehmen

  • mit Festival Bussen fahren

  • fliegen.

Zusammen mit meinem Kumpel Denis habe ich für die Anreise mit Bus ab Köln entschieden. Es ist mit 127€ für Hin- und Rückfahrt wahrscheinlich die günstige Variante der Anreise. Der Haken dabei waren 18h für eine Fahrt von Köln aus. Das klingt zwar im ersten Moment extrem hart, aber wir waren gut vorbereitet:

  • Kissen / Nackenkissen ggf. Decke für den Schlaf

  • Handy / Ipad mit Filmen und Musik voll ballern

  • bequeme Klamotten (Jogginghose/ Leggings, Badelatschen)

Es kam schnell Klassenfahrtfeeling auf. Ständig wurde irgendwo Essen angeboten, obwohl man sich vorher nicht wirklich kannte. Gemeinsam mit einigen mitgebrachten alkoholischen (Mix)getränken vergingen die ersten Stunden wie im Flug. Dabei lernt man schon einen riesen Schwung an weiteren Beachern kennen.

Leider war die Temperatur in unserem Bus sehr schwankend. Aber einen kurzen Hinweis beim Fahrer schuf hier immer schnell Abhilfe.

Am Ostermontag morgen wurden wir dann mit einem geilen Alpen-Panorama bei der Autobahn-Tour durch Österreich belohnt.

TIPP: Nehmt euch genügend Essen und Trinken mit. Rastplätze sind bekannterweise sehr teuer

Auch wenn ich im Bus einige Beacher kennengelernt habe, die schon mehrere Jahre mit dem Bus nach Italien zum Camp gereist sind, würde ich persönlich beim nächsten Mal auf das Flugzeug als Transportmittel schwenken.

Die Ankunft in Riccione war am späten Ostermontag Nachmittag. Das Checkin in unserem Hotel Nelson war schnell und unproblematisch.

Für ein 3 Sterne Hotel war das 2 Bett Zimmer Hotel echt ok. Dieser Abschnitt bleibt aber bewusst sehr kurz, da aufgrund der Größe des Beachline Festivals natürlich sehr viele Hotels in Frage kommen.

Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer abgestellt haben, ging es mit Kribbeln in den Fingern Richung Orgazelt. Wir wollten schnellst möglich einen Beachvolleyball fliegen lassen.

Im Orgazelt geht es direkt zum Checkin. Dabei bekommst neben einen Turnbeutel mit Beachshirt und weiteren Utensilien auch das Festivalbändchen. Dies berechtigt euch die Beachvolleyballfelder zu nutzen. Viele Guides in Flyerform klären alle notwendigen Fragen.

Beachline Festival Turnbeutel mit interessanten Inhalt!

Leider mussten wir feststellen, dass es keine Bälle zum Ausleihen gab. Der Kauf eines Neuen vorort war keine Option, da wir beide bereits einen Beachvolleyball zuhause haben. Zum Glück kannte ich genügend Leute vorort und wir spielten endlich noch 3-4 Sätze, bevor es dann auch schon wieder zum Abendessen ins Hotel ging.

Training, Party oder beides?!

Wer feiern kann, kann am nächsten Tag auch arbeiten, ähm trainieren!

Wenn man das Trainingspackage gebucht hat, bekam man 6 Tage lang morgen von 9:30 bis 12 Uhr Training. Damit homogene Trainingsgruppen entstehen, müssen die Teilnehmer vor dem Camp einen Fragebogen ausfüllen. Hier müssen sich die Spieler realistisch einschätzen. Das fällt leider nicht allen immer leicht. Aufgrund der Größe des Festivals hat das Trainerteam logischerweise ein riesen Spielerpool, welches die Zusammenstellung nochmal erleichtert. Der einzige Punkt, der mir nicht gefallen hat, waren die Trainingsgruppen mit 12 Teilnehmern pro Trainer auf 2 Felder spielen. Hier durch bekommt man als einzelne deutlich weniger Korrekturen. Umgekehrt sinken damit auch die Kosten für eine Trainingswoche.

Die Showtrainings am späten Nachmittag liesen den Tag ausklingen!

Die Trainings begannen immer mit 1-2 kleinen Erwärmungsspielen und anschließender Mobi und Stabi. Die Trainer bekommen jeden Tag gewisse Trainingsschwerpunkte. Den jeweiligen Trainingsplan mussten sie aber immer selbst erstellen. Dadurch hat man auf den parallelen Felder nie die gleichen Übungen gesehen. Das Improvisationstalent der Trainer war auch immer wieder durch Partyausfälle gefordert.

Beim Training konnte schnell mal der Wind einen Strich durch die Rechnung der Trainer machen. Manche Übungen wurden wörtlich davon geweht. Dies war aber zugleich ein Vorteil, da die Teilnehmer das Spiel mit dem Wind trainieren konnten.

Das war meine sympathische Trainingsgruppe!

Ein Highlight sind jedes Jahr wieder die kreativen Fotos der Trainingsgruppen. Wer also für sein nächstes kreatives Mannschaftsfoto noch Inspirationen sucht, kann gerne mal auf der Beachline-Facebookfanpage vorbeischauen. Hier ist sind meine Top 5 aus diesem Jahr.

Die Teamfotos und noch einige mehr wurden vom Fotograf Gerry Rebsch gemacht, welcher sich in der Beachvolleyball und Volleyball einen Namen gemacht hat. Mehr Bilder von Gerry findet ihr unter https://www.beachpics.de

Neben den normalen Trainingseinheiten können Beacher noch spezial Workshops mit bestimmten Themenschwerpunkten buchen. Ich durfte „intelligentes Angreifen“ bei Paul Becker und Jonas Schröder besuchen. Neben den taktischen Tipps gab es auch viele Übungen in den 2h. Auch als eine Übungsform von der Personenzahl nicht aufging, war sich Jonas Schröder nicht zu schade einfach kurzer Hand mit zu machen. Das war für die Teilnehmer gleich nochmal eine zusätzliche Motivation. 😉 Weiterhin fand ich es super, dass der Workshop nicht punktgenau nach 2h beendet wurde. Wir überzogen ca. 5-10 Minuten, weil das Trainingsprogramm sonst nicht komplett abgearbeitet worden wäre.

Workshop mit Paul Becker und Jonas Schröder

In der Beachline Festival Woche gab es insgesamt 3 Partys. Die Begrüßungsparty am Strand musste leider aufgrund eines Sturms von Dienstag auf Mittwoch verlegt werden. Aber Beacher haben ja ein Improvisationstalent. So wurden Dienstag die Hotellobbys kurzer Hand in Partylocations umfunktioniert. Einige machten Hotelhobbing. Für mich endete der Abend letztlich im Trainerhotel Bel Air, wo auch die Post abging.

Die verschobene Begrüßungsparty fand schließlich am Mittwoch im großen Orgazelt statt. Günstige Getränke und eine richtig gute Performance vom DJ machten die Party zu einem gelungenen Event. Skurril war auch hier wieder die improvisierte Garderobe. 😀

Am Donnerstagabend ging es mit dem Shuttle nach Rimini in einen angemieteten Club Carnaby. Auf 3 Floors war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Der Preis von 5€ für Mixgetränke/Longdrinks war dabei ganz ok.

Freitagabend gab es eine große Abschlussparty mit Feuerwerk. Zwischendrin war das Orgazelt /Partyzelt richtig voll. Für die Stimmung war es super, aber manchen Teilnehmern war es zu voll. Hier könnte eine andere Aufteilung des Zeltes Abhilfe schaffen. Leider war die Party schon 2:30 vorbei, obwohl das Zelt noch immer gut gefühlt war. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Party gewünscht.

Turniere, Turniere, Turniere

In kleineren Camps finden in der Regel maximal 1-2 Turniere am Tag statt. In Riccione ist das einfach x-mal größer. Es gibt täglich eine Vielzahl an Turnierformen:

  • 2er-Herren

  • 2er-Damen,

  • 2er Mixed

  • Mumien Cup

  • King of the Beach

  • Queen of the Beach.

Die meisten Turnierformen sind in den Klassen A – D unterteilt.

Um die große Anzahl an Anmeldungen verwalten zu können, wurde von den Veranstaltern des Beachline Festivals in diesem Jahr erstmals eine App eingesetzt. Hier konnte man sich Abends im Hotel oder noch spontan kurz nach dem Training für die Turniere eintragen ohne im Orgazelt ewig Schlange zu stehen.

Turnieranmeldung über die App!

Alle Sieger der jeweiligen Turniere wurden am Ende des Tages nach den Showtrainings am Orgazelt mit Medaillien geehrt. Die Ehrung übernahmen meist gestandene Beachgrößen.

Die Beachline Festival Medialle zum 20 jährigen Jubiläum

Diese Beachline Festival Mediallen gab es zu gewinnen.

VolleyballFREAK-Tipp: Nehmt euch eine Handcreme mit. Die Hände in der Sonne und durch den trocknen sehr schnell aus und die Haut reißt ein.

Checkliste für das Beachline Festival:

Neben den üblichen Klamotten einer Reise in wärmere Länder solltet ihr auf jedenfall die folgenden Dinge nicht vergessen:

Das VolleyballFREAK-Fazit:

Für mich war dieses Jahr eine Premiere auf dem Beachline Festival. Ich fand diese super gelungen. Aufgrund der enormen Größe ist für jeden etwas dabei, egal ob alt oder Jung, Anfänger oder Profi. Bis auf das Training, welches logischerweise vor der Reise angemeldet werden muss, kann man jeden Tag tun und lassen worauf man Lust. Turniere spielen, einfach nur Zocken, den Profis beim Showtraining zu schauen, Party machen oder noch vom Vortag erholen. 😀 Genau deswegen steht das Beachline Festival zurecht nach 20 Jahren genau da wo es jetzt ist.

Wie sind eure Eindrücke? Wart ihr schon öfters da und wenn ja was hat sich übers Jahr geändert? Lasst gerne einen Kommentar da!

Hier geht es zur offiziellen Webseite vom Beachline Festival

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