Volleyball Spielregeln einfach erklärt!

Volleyball Spielregeln einfach erklärt!

Volleyball ist ein faszinierendes Spiel mit einem umfangreichen Regelwerk – und deshalb gibt es bei Laien und Anfängern auch immer wieder Fragen zu Regeln.

Hier findest du kurze Antworten vom VolleyballFREAK auf alle wichtigen Fragen rund um die Volleyball Spielregeln. Dieser Artikel ist für Anfänger gedacht, die schnell und einfach die Basics der Volleyballregeln verstehen wollen – aber auch fortgeschrittene Volleyballer können sicher noch etwas lernen…

In diesem Youtube-Video werden die Spielregeln kurz und gut zusammengefasst – wenn auch leider auf englisch:

Volleyball-Spielidee

2 Teams stehen sich auf einem von einem Netz getrennten Feld gegenüber. Bis zu 3 Ballberührungen hat ein Team zur Verfügung um den Ball beim Gegner auf den Boden zu bringen. Der Ball wird mittels Aufschlag ins Spiel gebracht.

Spielstruktur

  • eine Mannschaft von 6 Spielern gewinnt ein Spiel wenn es 3 Sätze gewinnen konnte

  • jeder Satz hat 25 Punkte (mit Ausnahme des 5. Satzes). Bei 24:24 Gleichstand wird der Satz fortgesetzt bis sich ein Team eine 2-Punkte Führung erspielt hat

  • bei 2:2 Satzgleichstand wird der entscheidende 5. Satz bis 15 Punkte gespielt (hat ein Team 8 Punkte werden die Seiten gewechselt). Auch hier werden müssen mind. 2 Punkte differenz zum Gegner benötigt

  • gezählt wird nach der Rally-Point-Zählweise.

Das Bild zeigt eine Punktetafel von Joola beim Volleyball

Eine typische Punktetafel beim Volleyball

Wie erhält ein Team einen Punkt?

  • der Ball berührt den Boden des gegnerischen Feldes

  • die gegnerische Mannschaft begeht einen Fehler, d.h.

    • eine nicht-regelgerechte Aktion

    • bei mehreren Fehlern wird nur der erste geahndet

  • passieren 2 Fehler gleichzeitig zwischen beiden Mannschaften, wird auf Doppelfehler (Wiederholung) entschieden

Spielfeld & Rotationen

Die gesamte Spielfläche teilt sich in verschiedene Bereiche auf. Das eigentliche Spielfeld

  • ist 18 m lang und 9 m breit, jede Spielhälfte ist 9 x 9 m groß

  • die 3 m hinter dem Netz sind die Vorderzone (durch Linie markiert), die übrigen 6 m die Hinterzone

  • Beide Spielfeldhälften trennt ein Netz. Bei den

    • Männern ist dies 2,43 m hoch

    • bei den Frauen 2,24 m

    • und im Mixed Bereich 2,35 m hoch

Rotationen/ Positionen auf dem Feld

  • aus Sicht des Aufschlägers ist…

    • hinten rechts die Position I (1)

    • vorne rechts die Position II (2)

    • vorne in der Mitte die III (3)

    • vorne links die IV (4)

    • hinten links die V (5)

    • hinten in der Mitte die VI (6)

    • die Positionen werden gegen den Uhrzeigersinn benannt

    • nach jedem Aufschlagwechsel wird 1x mit dem Uhrzeigersinn rotiert, die I wechselt also auf die VI, die VI auf die V, die V auf die IV…)

    • Positionsfehler:

      • im Moment des Aufschlags muss jeder Spieler auf seiner Position stehen

      • jeder Hinterspieler muss weiter vom Netz entfernt stehen als der entsprechende Vorderspieler

      • die seitliche Position der Spieler zueinander ist einzuhalten, ausschlaggebend für die Position der Spieler ist der Ort der Füße

        • bei jedem rechten/ linken Spieler muss ein Teil des Fußes näher an der rechten/ linken Seitenlinie stehen als beim Mittelspieler

        • ein geahndeter Positionsfehler ist gleichbedeutend mit einem Punkt für den Gegner

        • ein Rotationsfehler besteht, wenn der Aufschlag nicht entsprechend der Rotationsfolge ausgeführt wird. Konsequenz:

die Mannschaft erhält einen Spielzugverlust (Punkt des Gegners und Verlust des Aufschlagrechts)

  • die korrekte Rotationsfolge wird wiederhergestellt

  • alle erzielten Punkte in falscher Rotation/ Aufstellung werden annulliert

Spielsituationen- und fehler

  • Der Schiedsrichter gibt mit seinem Pfiff den Ball fürs Spiel frei

  • mit seinem Abpfiff ist das Spiel beendet

  • der Ball ist „in“, wenn er mit einem Teil seines Umfangs das Spielfeld oder die Begrenzungslinie berührt

  • der Ball ist „aus“, wenn er das Feld nicht berührt

    • einen Gegenstand oder eine nicht spielende Person berührt

    • Antenne, Pfosten… berührt

    • außerhalb des Überquerungssektors/ der Antennen über das Netz fliegt

    • unter dem Netz durchfliegt

    • der Ball darf (außer beim Aufschlag) mit jedem Körperteil gespielt werden

    • der Ball muss geschlagen werden, werfen/ halten ist verboten

    • 2 Kontakte nacheinander (Ausnahme Block und Annahme/ Abwehr) sind verboten

    • keine Mitspieler oder Gegenstände dürfen beim Berühren des Balls helfen

Netz

  • der Ball darf das Netz berühren
  • Spielern ist es verboten, dass Netz zu berühren wenn sie aktiv am Spiel teilnehmen

Block

  • Blocken ist eine Verteidigung oberhalb des Netzes in der Nähe des Netzes
  • nur Vorderspieler dürfen blocken
  • nach einem Block darf der Blockspieler den Ball ein weiteres Mall berühren
  • das Übergreifen beim Block ist erlaub, sofern dies nicht den Gegner behindert
  • nach einem Block hat eine Mannschaft noch 3 Ballkontakte zur Verfügung
  • das Blocken des gegnerischen Aufschlags ist verboten

Sichtblock

Die aufschlagende Mannschaft darf die Sicht auf den Aufschlagspieler und die Flugbahn des Aufschlags nicht verdecken. Sobald ein Sprungaufschlag durchgeführt wird, ist ein Sichtblock nicht mehr gegeben.

Aufschlag

  • der Aufschlag wird durch den Spieler auf Position I (hinten rechts) vollzogen
  • macht das Team, welches aufgeschlagen hat, einen Punkt, schlägt der selbe Spieler erneut auf
  • macht das Team, welches angenommen hat, den Punkt, rotiert es 1x weiter: Der Spieler auf der Position II vorne rechts rotiert auf die Position I nach hinten rechts
  • Der Ball muss mit der Hand oder Arm eines Arms nach vorherigem Anwurf geschlagen werden
  • Der Ball darf nur 1x angeworfen werden, es gibt keinen 2. Versuch

Übertritt

  • das Eindringen in den gegnerischen Raum ist erlaubt, wenn der Gegner nicht behindert wird
  • Füße und Hände dürfen das gegnerische Feld berühren, solange noch ein Teil der des Fußes auf der Mittellinie sind

Spielpositionen

Hier sind nicht die oben beschriebenen Positionen (I, II, III…) gemeint, sondern die Aufgaben der Spieler auf dem Feld

Sonderfall Libero:

VFB Libero Markus Steuerwald (gelbes Trikot) erwarten zusammen mit den Außenangreifern den gegnerischen Aufschlag beim Volleyball Supercup 2016

VFB Libero Markus Steuerwald (gelbes Trikot) erwarten zusammen mit den Außenangreifern den gegnerischen Aufschlag

 

Der Libero ist in mehrfacher Hinsicht ein Spezialfall in den Spielregeln:

  • der Libero ist ein spezialisierter Defensivspieler

  • er muss vor dem Spiel in ein separates Feld auf dem Spielberichtsbogen eingetragen werden

  • der Libero darf kein Kapitän sein

  • der Libero muss andersfarbige Spielkleidung tragen, jedoch im gleichen Design

  • bis zu 2 Liberos dürfen benannt und eingetragen werden

Spielaktionen des Liberos:

der Libero darf für jeden Hinterspieler eingetauscht werden

  • der Libero darf keinen Ball oberhalb der Netzkante als Angriff ins gegnerische Feld spielen

  • der Libero darf nicht aufschlagen, blocken (oder dies versuchen)

  • nach Liberozuspiel im Pritschen im Vorderfeld darf der Angriff nicht oberhalb der Netzkante ausgeführt werden

Austausch

  • Der Liberoaustausch ist kein regulärer Spielerwechsel

  • der Wechsel darf unbegrenzt oft durchgeführt werden

  • zwischen jeder Ein- und Auswechslung des Liberos muss ein kompletter Spielzug liegen

  • bei verspätetem Wechsel erfolgt erstmals eine Ermahnung,später eine Sanktion

  • der Wechsel muss im der Austauschzone (zwischen Grundlinie und 3 m Linie) erfolgen

Neubenennung

  • ein verletzter Libero darf durch jeden Feldspieler ausgetauscht werden, der zum Zeitpunkt der Verletzung nicht auf dem Feld steht

  • der verletzte Libero darf nicht mehr in das Spiel eingreifen

Spielerwechsel

  • Teams bestehen aus bis zu 12 Spielern (in der Bundesliga und international bis 14 Spielern)

  • Trainer können bis zu 6 Spielerwechsel (Rückwechsel zählen hier ebenfalls zu) pro Satz beantragen, das Schiedsgericht muss diesen zustimmen. Wechsel werden im Spielberichtsbogen vermerkt

  • es können mehrere Wechsel gleichzeitig ausgeführt werden. Alle einzuwechselnden Spieler müssen hierzu gleichzeitig in die Wechselzone treten

  • ein Auswechselspieler kann nur einmal zurückgewechselt werden, für den Spieler, für den er aus dem Spiel genommen wurde

  • Ausnahme Verletzung: Verletzt sich ein Spieler wird eine „ausnahmsweise“ Auswechslung durchgeführt. Jeder Spieler (außer dem Libero) darf für diesen auf das Feld kommen. Der verletzte Spieler darf nicht wieder eingewechselt werden

  • Ausnahme Sanktion: Ein hinausgestellter /disqualifizierter Spieler muss regulär ausgewechselt werden. Ist dies nicht möglich, ist das Team unvollständig und hat das Spiel verloren

Spielball

  • Der Ball muss kugelförmig und aus einem lederähnlichem Material bestehen sowie zertifiziert sein

  • Der Umfang beträgt 65 bis 67 cm bei einem Gewicht von 260 bis 280 g sowie einem Druck von 0,3 bis 0,325 kg/cm2

Mannschaftsführung

  • Trainer und Mannschaftskapitän sind für die Disziplin des Teams verantwortlich

  • Der Kapitän unterschriebt vor dem Spiel den Spielberichtsbogen und vertritt sein Team bei der Auslosung (Seitenwahl, Aufschlag/ Annahme)

  • der Spielkapitän vertritt das Team auf dem Feld gegenüber dem Schiedsgericht. Er ist die einzige Person, die mit dem Schiedsrichter über Regelauslegungen.. sprechen darf

  • wird er ausgewechselt, wird ein neuer Spielkapitän ernannt

  • nach dem Spiel unterschreibt der Kapitän den Bogen und bestätigt damit das Spielergebnis

  • der Trainer leitet das Spiel außerhalb des Feldes. Er bestimmt die Startaufstellung, Auswechslungen und Auszeiten, in Absprache mit dem 2. Schiedsrichter

  • vor dem Spiel trägt er die Spieler in den Spielberichtsbogen ein und unterschreibt diesen

  • aktives Coaching während des Spiels ist erlaubt

Auszeiten

  • Jeder Trainer oder Spielfeldkapitän kann pro Satz 2 Auszeiten á 30 sec. beantragen

  • dies muss vor dem Anpfeifen beim 2. Schiedsrichter mittels Handzeichen geschehen

Techniken

  • Mit dem Aufschlag wird der Ball ins Spiel gebracht

  • die Annahme (im Bagger oder auch Pritschen) meint den ersten Ballkontakt nach dem Aufschlag

  • das Zuspiel (zumeist im Pritschen) ist der 2. Ballkontakt

  • der 3. Kontakt ist die Angriffsaktion

  • auf der anderen Seite folgen…

  • Block- oder Abwehraktion, gefolgt vom

  • Zuspiel, Angriff…

Sanktionen

  • Kleine Unkorrektheiten werden mit einer Verwarnung geahndet, welche weder eingetragen wird noch Konsequenzen hat

  • die gelbe Karte ist das letzte Warnsignal für die gesamte Mannschaft

  • „ungebührliches“ Verhalten wie kommentieren (nicht beleidigen). zieht eine eine rote Karte und ein Spielzugverlust mit sich

  • beleidigendes Verhalten bedeutet das Zeigen der gelben und roten Karte durch den Schiedsrichter. Der Spieler muss für den Satz das Spielfeld verlassen. Es folgt kein Punktverlust

  • die Tätlichkeit: Bei Übergriffen zeigt der Schiedsrichter ebenfalls die gelbe und rote Karte, allerdings getrennt in den Händen. Der Spieler/ Trainer muss die Halle verlassen

Hier gibt es ein Video, welche die Volleyball Spielregeln rund um die Sanktionen erklärt:

VolleyballFREAK-Tipp #1
Immer wieder überlegen/ testen die Volleyballverbände neue Regeln, deshalb: Versucht auf dem Laufenden zu bleiben. Der VolleyballFREAK stellt Euch immer jede Neuerung vor!

VolleyballFREAK-Tipp #2
Möchtest Du zum echten Volleyball-Kenner werden, hilft nur das ausführliche Studium des Regelhefts sowie eine Ausbildung zum Volleyball-Schiedsrichter!

VolleyballFREAK-Tipp #3
Beim „kleinen“ Bruder Beach Volleyball gelten andere Regeln. Welche das sind, und wie die Unterschiede im Details sind, erfahrt ihr hier

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