Am 12. Juli gab die Volleyball-Bundesliga (VBL) das „neue“ Eventkonzept Supercup als Einstieg zur neuen Saison offiziell bekannt. Dieses Thema polarisierte schnell die deutsche Volleyballwelt. Es gab viele positive als auch kritische Stimmen in den sozialen Medien. Dadurch entstanden aber auch interessante Diskussionen. Diesen Umstand habe ich mir zum Anlass genommen und ein paar Gedanken zusammen geschrieben.

Was bedeutet eigentlich Supercup?

Viele kennen ein solches Event aus der Fußball Bundesliga. Im Supercup spielen der Meister gegen den Pokalsieger. Sollte aber der Meister gleichzeitig Pokalsieger sein, dann spielt der amtierende Meister gegen den Vize-Meister. Beim geplanten Volleyball-Bundesliga Supercup spielen jeweils die beiden Männer- und Frauenteams den Sieger aus. Der Fan bekommt also 2 Spiele auf höchstem deutschen Volleyballniveau. Am 16.10.2016 werden dies bei den Damen der Dresdner SC gegen Allianz MTV Stuttgart  und bei den Herren die BR Volleys gegen VFB Friedrichshafen sein.

Mehr Infos zum Volleyball Supercup bekommt ihr hier: www.vbl-supercup.de

Ich finde Berlin als Location gut. Solche Events gehören in große Arenen mit großem Einzugsgebiet. Die BR Volleys füllen regelmäßig ihre Heimhalle. Mit dem nationalen Charakter sollte es diesmal beim Supercup auch kein Problem werden.

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Leere Ränge beim World League Finale 2016 in Frankfurt

 

Da habe ich Anfang Juli bei der World League mit der deutschen Nationalmannschaft nämlich komplett andere Erfahrungen gemacht. Dort waren die Ränge erschreckend leer.

Diskussion zum Volleyball Supercup aus Facebook

Gerade in den ersten Tagen nach der offiziellen Bekanntgabe wurden schnell Kritiker laut. Von wenig konstruktiver Kritik wie „Geldmacherei“, „billige Kopie“ und „sportlich reiner Blödsinn“ bis hin zu wirklich guten interessanten Gedankengängen war alles dabei. Interessant zu beobachten war auch, dass sich an einigen Stellen namenhafte Persönlichkeiten aus dem deutschen Volleyball in die Diskussion einschalteten und der VBL mit ihren neuem Format Supercup den Rücken stärkten. Ich möchte nun auf einige Argumente eingehen und dazu meine Gedanken darstellen.

Alles nur eine billige Kopie aus anderen Sportarten

Klar ist das Supercup-Konzept nichts Neues. Aber warum soll man etwas funktionierendes nicht übernehmen dürfen bzw. für sich selber austesten dürfen. Trainer adaptieren doch häufig auch Übungen von anderen Trainern und sogar aus anderen Sportarten und wandeln diese für sich passend ab. Wichtig ist nur, dass etwas was nicht funktioniert bis zum bitteren Ende weitergeführt wird. Da bin ich mir sicher, dass die VBL nachdem diesjährigen Supercup das Event kritisch hinterfragen wird und eine Bilanz über Erfolg oder Misserfolg ziehen wird.

Topspiele als reguläre Ligaspiele werten

Als ich diese Idee in einem der Kommentare las, dachte ich im ersten Moment „macht Sinn“. Die Antwort der VBL widerlegte dies schnell. 2 Vereinen würden ein reguläres Heimspiel verlieren. Dies würde dann zu finanziellen Einschnitte und natürlich eine Art der Wettbewerbsverzehrung führen. Hier kann ich eigentlich nichts weiter hinzufügen, da die Argumentationskette total nachvollziehbar ist.

Final Four statt Supercup

An mehreren Stellen konnte ich immer wieder lesen, dass die Beteiligten ein Final Four-Turnier anstelle des Supercups vorschlugen. Dabei spielen die Top 4 an einem Wochenende Halbfinale am 1. Tag und am 2. Tag Spiel um Platz 3 und das Finale. Der Vorteil gegenüber dem aktuellen Playoff-Konzept wäre sicherlich, dass gerade Fans der Gästemannschaft die Spiele ihres Teams eher wahrnehmen könnten, da die Spiele nicht unter der Woche liegen. Zudem könnte diese Saisonhighlight frühzeitig bekannt gegeben werden und so deutlich besser und planbarer vermarktet werden. Moment haben die Vereine aber sicherlich keinen finanziellen Vorteil. Denn bei dem best-of-five-Modus winken den Vereinen jeweils 2-3 Heimspiele. Diese sind gerade im Finale auch unter der Woche gut gefüllt. So waren beispielsweise am 1.5.2016 8120 Fans in der Max-Schmelling-Halle, als die BR Volleys im 3. Spiel die Deutschen Meisterschaft gegen den VFB Friedrichshafen gewannen. Ich sehe noch einen weiteren Nachteil, dass bei einem Final-Four-Turnier die Tagesform entscheident ist. Bei best-of-five-Serien wird dieser Faktor minimiert. Trotzdem schloss die VBL im Verlauf der Facebook-Diskussion das Final-Four-Konzept für die Zukunft nicht kategorisch aus. Wir dürfen also gespannt sein.

Künstler sind nicht erste Liga

Beim Supercup werden Marquess, Tom Beck und Nicole Cross auftreten. Ich persönlich kenne nur Marquess. Von daher ist diese Kritik so auf jeden Fall erstmal angebracht. Klar hätte ich am liebsten auch eine Show wie beim Football Superbowl mit eine fetten Halbzeitshow. Ich denke aber auch, dass man hier weiter denken muss. Es spielen sicherlich die wirtschaftliche Aspekte ein wichtige Rolle. Da es sich beim Volleyball Supercup um ein komplett neues Format handelt, welches im ersten Durchlauf auf Akzeptanz bei Fans und Medien getestet. Ich bin mir sicher, dass die VBL bei einer erfolgreichen Bilanz zu diesem Wettbewerb, das Niveau der Künstler in den nächsten Jahren anheben wird. Ich persönlich wäre auch bereit 10€ mehr zu zahlen, wenn man den einen oder anderen Superstar in der Arena live sehen kann. Wie seht ihr das denn? Lasst gerne einen Kommentar dazu da.

Saisonhighlights auf spielfreie Wochenende bzw. Tage legen

Dieser Punkt kam zwar nicht in den Facebook-Diskussionen hoch, ist aber ein persönliches Anliegen von mir. Die Terminierung des DVV-Pokalfinales finde ich schon seit Jahren nicht optimal. Hier sollten die Termine von Saisonhighlights wie das Pokalfinale und jetzt auch das Supercup frühzeitig in die Rahmenspielpläne der Landesverbändes eingearbeitet werden und als spielfreie Wochenenden oder mindestens als spielfreie Tage ausgegeben werden.

Fazit zum Volleyball Supercup

Ich bin mir sicher, dass neue Volleyball Supercup Format funktionieren kann. Das zeigte mir auch die News vom 29.9.2016, dass man beide Spiele live im Free-TV sehen kann:

https://www.volleyball-bundesliga.de/cms/home/pokal/news_und_medien/supercup_news.xhtml?component_43774351.showArticle=44459703&component_43774351.page=0#article_44459703

Auch wenn es „nur“ der MDR und rbb sind. Den Rest werde ich mir am 16.10 live in Berlin anschauen und euch auf meiner Facebook-Fanpage und hier im Volleyball-Blog berichten.

Wenn ihr übrigens noch Tickets sucht, hier gibt es noch günstige Supercup-Tickets bei der Cosy-Wasch-Aktion von den BRVolleys.

Wie steht ihr denn zum Supercup? Seid ihr dabei oder plant ihr es wenigstens live zu schauen?

Ich freue mich auf eure Kommentare

Eurer VolleyballFREAK Steffen

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