Von den Beachvolleyballturnieren des NVV auf Borkum hatte ich in den letzten Jahren schon einiges gehört. So kam es, dass mich eine Bekannte fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit Ihr und ein paar anderen Volleyballern aus ganz Deutschland am letzten der ingesamt 3 Borkumer Beachwochenden teilzunehmen. Meine Erfahrungen und Tipps möchte ich euch in diesem Artikel mitteilen.

Die Anfahrt nach Borkum

Die Fähre nach Borkum!

Die Fähre nach Borkum!

Borkum, die Insel mit Hochseeklima, ist die westlichste deutsche Insel in der Nordsee. Aus diesem Grund fährt man am besten mit der Fähre von Eemshaven nach Borkum. Hier hat der NVV mit der entsprechenden Reederei Sonderkonditionen ausgehandelt. Die Mehrheit der Volleyballer lässt das Auto auf dem Parkplatz am Hafen stehen. Die Parkgebühren sind mit 4,50€ (Stand August 2015) pro Tag echt human. Dadurch müsst ihr natürlich alles was ihr mitnehmt auf die Fähre schleppen. Ich habe mir dafür extra einen großen 80l Trekkingrucksack angeschafft. Hier konnte ich noch mein Zelt, Schalfsack und Isomatte außen befestigen und hatte immer noch die Hände frei. Nach ca. 50 Minuten Fahrt mit der Fähre kommt ihr am Borkumer Hafen an. Während dieser Zeit kann man auf dem Schiff etwas essen oder mit anderen Volleyballern erste Bekanntschaften schließen. In der Regel trifft man hier schon einige Bekannte. Die Überfahrt mit der Fähre ist für viele schon das erste Highlight des Beachvolleyballwochenendes.

Im Hafen warten schon die NVV-Helfer an einem gelben Container auf euch. Dort könnt ihr eurer Gepäck einladen. Es wird von dort direkt zum Zeltplatz an den Strand gefahren. Ich hatte jedes Mal noch eine Tasche mit meinen Wertsachen separat gepackt und habe diese mit in die bereits wartende Inselbahn genommen. Beim Einsteigen fühlte ich mich ein klein wenig wie im Harry Potter Film, wenn die Schüler in den Express zur Zauberschule einsteigen. 😀 Mit der Bimmelbahn fahrt ihr dann zusammen mit den ganzen anderen Volleyballern ungefähr 20 Minuten weiter bis zur Endstadion in die Stadt Borkum. Von dort ist es noch mal 10-15 Min zu Fuß zum Zeltplatz am Nordstrand. Wenn ihr hier zuviel Gepäck mit dabei habt, kann dieser Weg sehr lang werden.

Die Location – Sonne, Strand, Wind und nochmal Wind

Für mich war das Zelten direkt am Borkumer Sandstrand vor den Dünen eine Premiere. Es ist schon ziemlich cool am Strand! Früh morgens aus seinem Zelt zu fallen und ins Watt zu schauen, hat schon ein ganz besonderes Flair. Es gibt aber noch einiges, was ihr wissen solltet – oder vielleicht schon wisst – wenn ihr schon mal selber die Turniere mitgemacht habt.

Das Bild zeigt den improvisierten Campingplatz am Borkumer Nordstrand.

der temporäre Campingplatz für die Beachturniere

Häufig haben viele nicht richtig auf dem Schirm, dass das Wetter am Meer ziemlich extrem und ungemütlich werden kann. Einerseits kann man wirklich geiles Wetter mit viel Sonne haben – dann ist jedoch äußerste Vorsichtig geboten. Schon in der morgendlichen – übrigens sehr witzigen – Einweisung durch den neuen Orga-Chef Aaron wird vor den Gefahren der Sonnenstrahlung gewarnt. Zitat: „Die Sonne scheint immer!“ Daher nehmt bitte unbedingt Sonnencreme mit, die ein bisschen was aushält. Ich persönlich setze hierbei immer auf Lichtschutzfaktor 50. Damit schmiere ich mich einmal morgens ein und habe danach den ganzen Tag Ruhe. Keine Angst, braun werdet ihr trotzdem. 😉

Zum anderen wäre da noch der Wind. Wenn ihr Glück habt, weht der Wind nur mit Windstärke 1-2.

In diesem Fall ist Beachvolleyball ohne größere Einflüße möglich. Am Sonntag hatten wir leider Windstärke 4-5. Das macht das Aufgabenspiel und den Spielaufbau zum russischen Roulette. Im folgenden Video gibt es ein paar super Tipps zum Beachvolleyball mit Wind:

Damit aber nicht genug! Der Wind beeinflußt nicht nur eurer Spiel, sondern auch das Campen am Strand. Hier ist die richtige Ausrüstung das A und O. Denn weht der Wind extrem stark, fanden schon einige Teilnehmer ihre Zelt in den anliegenden Dünen wieder. Die Zelte wurden vom Wind nämlich dahin geweht.

Das Bild zeigt 6 Sandheringe am Strand der Nordsee!

Sandheringe sorgen für gut gesicherte Zelte!

Daher mein VolleyballFREAK-Tipp: Nehmt genügend spezielle Sandheringe – wie auf dem Foto dargestellt – und darüber hinaus einen kleinen Gummihammer mit. Damit befestigt ihr alle Ösen und Abspannseile sicher und beständig an eurem Zelt.

Normale Heringe halten im Sand nicht. Wenn ihr nicht alle Abspannseile ebenfalls mit Sandheringen absichert, tanzt eurer Zelt nachts Samba. Auch wenn Samba ein schöner Tanz ist, kann ich euch das natürlich nicht empfehlen, weil es zu einem ziemlich unruhigen Schlaf führt.

Am besten stellt ihr eurer Zelt nahe an den Dünen auf und nicht so weit Richtung Watt. Ich habe schon von mehreren Bekannten gehört, das bei Regen die Zelte nahe dem Watt geradezu abgesoffen sind. Alternativ könnt ihr auch noch einen Graben um eurer Zelt ziehen, das hält das gröbste Wasser bei Regen ab. Wie immer auf solchen Partyzeltlagern, empfehle ich auch für Borkum die Mitnahme von Ohropax für einen ruhigen und entspannten Schlaf.

Achja, da wäre noch der Sand! Der wird euch das ganze Wochenende über hartnäckig verfolgen. Gerade wenn es kein Topwetter ist, klebt der Nordseesand überall an den Füßen und Beinen. Wer hier einen extra Handtuch und einen Handfeger sowie im Optimalffall noch eine kleine Kehrschaufel dabei hat, kann dem Sand den Kampf ansagen

Natürlich kann es auch vorkommen, dass es ordentlich regnet. Hierfür empfehle ich euch unbedingt, eine Regenjacke, einen Schirm und Müllbeutel einzupacken. Müllbeutel? Absolut richtig! Damit könnt ihr eure Sachen effektiv vor dem Nasswerden schützen und später die Tüte praktischerweise für euren Abfall verwenden. Während des Spielens hilft euch spezielle Beachkleidung weiter, so wie ich es bereits im Artikel Beachvolleyball bei Kälte aufgeführt habe.

Für Tipps zum Beachvolleyball bei Kälte hier klicken
Das Bild zeigt die Dusche, welche mit Panzertape in einee Dauerdusche umfunktioniert wurde.

mit Panzertape in den Dauerbetrieb umgestellte Dusche 😀

An dem Zeltplatz, genau wie am Partyzelt, sind mobile Toilettenwagen aufgestellt. Hier gibt es allerdings kein fließendes Wasser. Deswegen sollte ihr Desinfektionstücher oder Flüssigkeit imm mit dabeihaben. Eine Flasche Wasser für die Zahnpflege solltet ihr ebenfalls einplanen, denn der Weg zum Duschzelt ist ganz schön lang. Vom Zeltplatz zum gewöhnungsbedürftigen Duschzelt sind es ca. 6 Fußminuten. Vorort gibt es dann zwar warme Duschen, nur darf man keine Berührungsängste vor dem anderen Geschlecht haben. Es wird nämlich mixed geduscht, d.h. es gibt keine wirklich getrennten Umkleiden und Duschkabinen. Hinzu kommt, dass die Duschen ein echt kurzes Wasser-Intervall haben, bevor man das nächste Mal drücken muss. Deswegen kamen einige clevere Volleyballer auf die Idee, die Drücker mit Panzertape zu einer Dauerdusche umzugestalten (s. Foto). 😀

Für alle Volleyballer, die keine Lust auf Zelt, Wind und Sand haben: Auch für diese Fälle gibt es auf Borkum eine geeignete Lösung. Die NVV-Turnierorganisation hat hierfür mit einer nahegelegenen Jugendherberge Sonderkonditionen ausgehandelt. Wer sich etwas mehr Luxus und Komfort gönnen möchte, kann sich auch gerne in eine der viele Ferienwohnungen und Hotelzimmer einbuchen. Hier heißt es aber frühzeitig buchen!

Verpflegung für das Wochenende

Verpflegung gibt es am Partyzelt. Dies ist ungefähr 2-3 min Fußminuten vom Campingplatz entfernt. Hier bekommt ihr morgens eurer Frühstück. Hierzu benötigt ihr aber unbedingt eurer Rückfahrticket von der Fähre zum Vorzeigen. Wie auf dem Foto zu sehen, wird dort der jeweilige Tag abgestrichen. Solltet ihr es vergessen haben müsst ihr nochmal zurück zum Zelt und es holen. Dies kann gerade mit knurrenden Magen sehr nervig sein. Das Frühstück ist in Ordnung. Es gibt 2 Brötchen mit Belag (Käse, Wurst und Konfitüre), ein Stück Obst oder einen Becher Joguhrt. Dazu gibt es ganz klassisch Kaffe und Milch.

Rückfahrschein und Frühstücksmarke in Einem!

Rückfahrschein und Frühstücksmarke in Einem!

Abends wird am Partyzelt der Grill angeschmissen. Dort bekommt man Steak, Bratwurst, Pommes uvm. Hinzu kommen es mehrere Bierstände sowie eine Cocktailbar mit guter Auswahl. Alle Stände haben sehr humane Preise. Es gibt sogar eine Happy Hour! Dann bekommt ihr beispielsweise einen Cocktail für 3,50€!

VolleyballFREAK-Tipp: Wenn ihr abends irgendwo in einem Restaurant mit einer großen Gruppe essen gehen wollt, resveriert 2-4 Wochen vorher einen Tisch. Gerade die ersten beiden Beachwochenenden sind immer sehr gut besucht und dann dauert es schon mal länger, bis man einen Tisch bzw. das Essen bekommt.

Alles in allem braucht man kaum etwas zur Verpflegung mitnehmen. Wenn ihr nicht so auf das Geld schauen müsst, empfehle ich 1 bis 2 Flaschen mit Trinkwasser und kleine Snacks für Zwischendurch. Tagsüber bietet der NVV auf dem Turnier eine sogenannte Trinkoase. Hier gibt es KOSTENLOS Wasser aus der Leitung mit verschiedenen Geschmacksrichtungen – und das sogar soviel man möchte und trinken kann! 😛 Dies habe ich so wirklich auf noch keinem Turnier gesehen. Dafür gibt es vom VolleyballFREAK einen fetten Daumen hoch!!!

Die Borkumer Beachturniere

Bevor die Beachturniere morgens starten, muss zuerst selbst Hand angelegt werden, denn die Felder müssen selbst aufgebaut werden. Hierfür gibt es am Turnierwagen eine gut bebilderte Anleitung. Zudem laufen mehrere Helfer der Turnierorga umher und geben super Tipps, welche Ihr euch zu Herzen nehmen solltet. Sonst heißt es später beim Versuch des Netzspannens nacharbeiten und nochmal neu graben!

Möwe ist aus!

An allen 3 Wochenenden finden diverse Turniermodi statt. Vom klassischen 2 gegen 2 Beachvolleyball für Herren, Damen und Mixed-Teams werden auch noch Quattro, Quattro-Mixed, 3er und 3er-Mixed angeboten. Je nach der Teilnehmerzahl im jeweilige Turnier spielt ihr auf jedenfall Samstag und in der Regel auch Sonntag bis ca. 13 Uhr. Dabei werden meisten Gruppen gespielt, gefolgt von einer Gruppenphase mit abschließendem Platzierungsspiel. Bei den 3er und Quattro-Turnieren wird auf Zeit gespielt. Dabei ist auch egal, ob Ihr bereits 25 Punkte erreicht habt: Es werden 15 Minuten gespielt.

Leider kann ich euch nicht mehr zum Turniermodus sagen – außer, dass es in den zwei Tagen für alle Volleyball satt gibt und nicht zu vergessen die Spezialregel: Möwe ist aus! 😀

Der Beachvolleyball-Knigge - jetzt hier lesen!

Die Party

„Es gibt nur ein Gas – Vollgas!“ Auch bei den Borkumer Beachturnieren gibt es wieder eine fette Party und das am Freitag und Samstag! Im bereits oben erwähnten Partyzelt gibt es ausreichend Platz für die bis zu 1500 Volleyballern pro Wochenende. Bei der Musik ist eigentlich für jeden etwas dabei. Wenn mal nicht der Wunschtitel läuft, geht man einfach mit seinen Freunden an die Cocktailbar oder zum Bierstand, trinkt noch einen und philosophiert über unseren tollen Volleyballsport.

Die Abreise von der Insel Borkum

Am Sonntag gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ich empfehle euch, Zelt und Gepäck gleich früh abzubauen und in die wieder bereitstehenden gelben Container zu packen. Spätestens aber um 13 Uhr muss euer Gepäck im Container sein. Dieser wird später vom Strand über die Fähre direkt nach Eemshaven gebracht und dort auf dem Parkplatz entladen. Somit spart ihr euch wieder das Schleppen. Mein angesprochener Trekkingrucksack hatte mit anghängtem Zelt, Schlafsack und Isomatte übrigens insgesamt stolze 35 Kilo Gewicht. Da war ich froh, dass ich damit keine Wanderung antreten musste. Eure Sachen wie Duschzeug und Wertsachen für den Tag packt ihr natürlich separat. Von 14:30 bis 15:00 fahren dann extra gecharterte Inselbahnen zu den beiden Volleyballerfähren. Ihr seid dann ca. um 16:00 bis 16:30 wieder in Eemshaven. Mit dem Entladen müsst ihr einkalkulieren, dass ihr ca. um 17 Uhr dort losfahren könnt. Viele meiner Bekannten nehmen sich montags meistens noch Urlaub. Es geht aber auch ohne. 😉

Checkliste – Das solltet ihr unbedingt dabei haben!

Bevor wir zum Fazit kommen, habe ich euch an dieser Stelle noch eine kleine Checkliste zusammengestellt. Hier sind Dinge aufgelistet, welche ihr unbedingt mit nach Borkum nehmen solltet.

  • Trekkingrucksack
  • Zelt
  • Sandheringe
  • Schlafsack
  • Isomatte oder ähnliches
  • Sonnencreme (optimal LSF 50)
  • Regensachen (wind. und wasserfeste Jacke, Regenschirm, Mütze usw.)
  • Kulturbeutel ( Duschbad, Zahnbürste usw.)
  • Ohropax
  • Taschenlampe / Kopflampe
  • Rolle Toilettenpapier
  • Desinfektionsmittel
  • Müllbeutel / Blauer Sack
  • Mehrere Handtücher
  • Beachstuhl
  • Beachvolleyball
  • Powerbank**
  • Gute Laune

Das Fazit zu den Borkumer Beachturnieren des NVV.

Nachdem ich es nun auch endlich mal auf dieses Event geschafft habe, weiss ich, warum so viele immer wieder nach Borkum pilgern. Dieses besondere Flair muss man erlebt haben und lieben lernen. Es gibt viele Dinge, etwa die Trinkoase, welche mir sehr gut gefallen haben. Aber insbesondere die wasserlosen Toilettenwagen könnte man sicher noch verbessern. Alles in allem werde ich sicher noch einmal wiederkommen! Die Borkum Termine 2016 stehen übrigens auch schon fest: 22.-24.07., 29.-31.07. und 05.-07.08.2016.

Nun seid ihr an der Reihe! Von den alten Hasen der Borkumer Beachturniere möchte ich jetzt gerne wissen: Was treibt euch immer wieder auf die Insel? Kennt ihr noch den einen oder anderen Tipp, welchen ich oben noch nicht aufgeführt habe? Nutzt hierfür die Kommentarfunktion unter dem Artikel!

Bis zum nächsten Donnerstag,

Eurer VolleyballFREAK

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