Volleyball ist ein echter Mannschaftssport: Alleine ist man nichts, nur als Team kann man das Optimum erreichen. Deshalb muss auch jeder Spieler, Trainer, Verantwortliche seine Rolle annehmen und so gut wie möglich ausführen.

Da ein Kader in der Regel aus mehr als 7 Spielern (inkl. Libero) besteht, heißt das aber auch, dass nicht jeder Spieler in der starting-six von Beginn an auf dem Feld stehen kann.

Manche Spieler kommen mit dem „Leben“ als Ersatzspieler gut klar, andere weniger. Hier Tipps vom VolleyballFREAK, wie ihr optimal mit der Situation als Einwechselspieler umgeht und wie ihr es vielleicht doch noch schaffen könnt, beim nächsten Mal Stammspieler zu sein.

Grundsituation: Wie ist der Kader aufgebaut, was sind die Ziele des Teams und wie sollen diese erreicht werden?

Kader können sehr unterschiedlich sein, sowohl in der Größe als auch Zusammensetzung. Manche Teams „krebsen“ nur mit 8 Spielern durch die Saison, da stellt sich das Team schon von alleine auf. In anderen Teams müssen Spieler bibbern, überhaupt in den 12er Kader zu kommen.

Abhängig von der Kadergröße und von den Ambitionen Eures Teams (auf welchem Niveau ihr spielt oder spielen möchte), kann es Unterschiede geben…

  • seid ihr eine Hobbytruppe, die sehr homogen ist und bei der jeder gleich zum Zuge kommen soll?

  • seid ihr eine ambitionierte Mannschaft auf unterem Spielniveau mit heterogenen Kader kann es schon schwieriger werden

  • seid ihr eine leistungsorientierte Mannschaft auf hohem Spielniveau, die möglichst gut abschneiden möchte, auch wenn dadurch Spielanteile ungleich verteilt sind?

Es gibt natürlich noch diverse weitere Arten von Teams und Mischformen. Entscheidend ist, dass jeder weiß, was Ziele und Pläne sind und wie mit Einsatzzeiten generell zu rechnen ist. Das kann schon helfen, die individuelle Unzufriedenheit zu beschränken.

Unterschiedliche Trainertypen

So unterschiedlich Spieler sind, so unterschiedlich sind auch die Trainer. Manch Trainer…

  • ist wechselfreudig, verteilt gerne Spielanteile breit und geht auch mal Risiken ein

  • spielt nach Möglichkeit mit der Stammsechs durch und wechselt nur bei Verletzung/ im Ausnahmefall

  • bevorzugt Mischformen

VolleyballFREAK-TIPP:
Das Team/ der Trainer sollte sich vor der Saison klar machen, ob nach dem Leistungsprinzip aufgestellt und spielen gelassen wird oder ob soziale Komponenten auch eine Rolle spielen. Wie auch immer ihr Euch entscheidet: Das Prinzip sollte jedem klar sein, es kann hier keine Ausnahmen für einzelne geben! Je klarer das Prinzip verinnerlicht ist, desto größer auch die Akzeptanz für einzelne Entscheidungen/ Aufstellungen und Wechsel (oder eben nicht)

Zu Spielerwechseln ein paar Worte…

Egal auf welchem Spielniveau Euer Team ist, einige Dinge gelten ganz allgemein für Spielerwechsel:

  • eine lange, intensive Saison wird selten von nur 7 Spielern durchgespielt (und gewonnen). Nutzt Krankheit und Ausfälle Euer Mitspieler um Euch zu zeigen, genau so Spielmöglichkeiten im Training, bei Turnieren, Pokal- und Freundschaftsspielen

  • Immer wieder können Spieler von der Bank frischen Wind ins Spiel und auf das Feld bringen, deshalb ist es wichtig, auch diese bei der Stange zu halten. In Fällen von Verletzungen oder anderweitigen Ausfällen kann schnell ein Team durcheinander gewirbelt werden. Da ist es gut, wenn jeder Spieler ein gewisses Maß an Spielpraxis hat.

  • ältere Spieler sind manchmal froh, wenn sie nicht 5 Sätze durchspielen müssen

  • jüngere Spieler können mit Kurzeinsätzen an das Team und höheres Niveau herangeführt werden

  • „von der Bank“ ins Spiel zu starten ist häufig schwer:

    • zumeist gibt es eine schwierige Spielsituation die gemeistert werden muss

    • Einwechselspieler brauchen meist ein paar Bälle zum „Reinkommen“, sind häufig kalt und mehr nervös als Stammkräfte

    • Ausnahme: „Jokern“ gefällt diese Art der Kurzeinsätze und können engen Spielen noch den letzten Dreh geben

Selbstreflektion & Kommunikation: „Wie siehst Du mich, Trainer?“

Sollte es so sein, dass ihr bei den letzten 3 bis 4 Spielen wenig gespielt habt oder gar nicht berücksichtig worden sein, hier der beste Tipp: Bleibt ruhig, das Blatt kann sich schneller wenden als ihr denkt.

Horcht auch mal in Euch selbst rein:

  • Spielt ihr zu Recht so wenig?

  • überschätzt ihr Euch?

  • seid ihr dennoch zufrieden mit der Situation?

  • ist das Team erfolgreich?

Solltet ihr diese Fragen mit „Nein“ beantworten, sucht das Gespräch mit dem Trainer.

  • Fragt, wie er Euch und Euer Spiel, Art und Rolle in der Mannschaft einschätzt.

  • Sagt, wie ihr Euch seht. Häufig werden sich da Differenzen ergeben.

  • Reflektiert noch einmal und fragt ggf. vertraute Spieler, die Euch dennoch ehrlich ihre Meinung sagen und versucht „objektiv“ einzuschätzen, wie die Situation ist.

    • Bringen andere Spieler gerade bessere Leistungen als ich?

    • werden gerade andere „Typen“ als ich (still<-> extrovertiert, Risiko<-> Konstanz) auf dem Feld gebraucht?

    • wie war ich in den letzten Trainings (wie war meine Quote, wie habe ich meine Aufgabe ausgefüllt, was habe ich gut/ schlecht gemacht)?

  • Bleibt positiv und steigert Euch nicht in die Situation herein

  • Arbeitet an den Elementen und Dingen, die Euch Euer Trainer gesagt hat

Im Training: Arbeitet an Euren Defiziten

  • Gibt es klare Defizite, versucht diese im Training zu bearbeiten. Fordert Feedback vom Trainer ein!

  • versucht mehr/ zusätzlich zu trainieren (auch in anderen Teams Deines Vereins)

  • macht Euch durch Krafttraining fitter

  • werdet Teamplayer: Unterstützt Eure Mitspieler, „übt“ Lautstärke im Training/ vertrauter Umgebung, so könnt ihr auch bei Spielen eher aus Euch heraus gehen

Bei Spielen: Wie ihr Euer Team auch von außen optimal unterstützt

Solltet ihr beim Spiel nicht auf dem Feld stehen, hilft es sicher weder Euch noch Eurem Team, wenn ihr Eure Enttäuschung oder Ärger sehr nach außen zeigt. Und auch Eurem Trainer wird das sicher nicht veranlassen, Euch mit einer negativen Stimmung auf das Feld zu schicken. Hier Tipps, wie ihr Eurem Team auch von der Bank aus helfen könnt:, denn: Nur mit einer starken Bank ist ein Team langfristig erfolgreich!

  • „Vernetz“ Dich über lautes Anfeuern mit dem spielenden Teil des Teams, so dass das Gefühl entsteht, dass ihr alle zusammen an den Punkten beteiligt seid

  • motiviere andere Mitspieler ebenfalls anzufeuern, lebt den Teamgeist von außen vor

  • halte Dich warm und jederzeit spielbereit (das passiert bei Anfeuern fast automatisch), signalisiere Deinem Trainer, dass Du bereit bist

  • sorge für gute Stimmung (auf dem Feld und bei weiteren Ersatzspielern): schließlich ist Volleyball für Euch ein tolles Hobby, also lebt es mit Spaß!

  • erfindet neue/ lustige Sprüche, die sich vielleicht aus der Situation ergeben oder dichtet aktuelle Charthits um!

  • haltet für Auszeiten die Getränkeflaschen, Taschentücher, Tape und Traubenzucker für alle bereit

  • beobachtet das Spiel und gebt ggf. für Spieler auf Euer Position Tipps und muntert nach Fehlern auf

  • sammelt Bälle, Material und Trainingsjacken bei Seitenwechseln/ nach dem Einspielen zusammen

Wenn alles nicht hilft…

Habt ihr gesprochen, im Training gearbeitet und alles versucht – und fühlt Euch dennoch ungerecht behandelt, kann in einzelnen Fällen nur ein Team- oder sogar Vereinswechsel helfen. Beachtet hierbei…

  • entspricht die aktuelle Liga Eurem Leistungsvermögen oder solltet ihr es eine Liga weiter unten probieren?

  • In der Saison werdet ihr zumeist eine Sperre haben

  • mit einem Teamwechsel gebt ihr meist auch ein Stück Sozialleben auf

Wie seid ihr mit wenig Spielzeit umgegangen? Wenn ihr noch weitere Tipps habt, hinterlasst einen Kommentar: Bestimmt ging es anderen Spielern auch schon einmal so.

Viel Spaß mit Eurem Team beim Spielen (auf und neben dem Feld) wünscht Euch der VolleyballFREAK Steffen

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